Quellableitung Niesenberg

Trinkwasserleitung liefert bald Strom

Urs Münger, IBW Technik AG (links) und Luca Dastoli im Reservoir Bärholz, wo bald Strom produziert werden soll.

Urs Münger, IBW Technik AG (links) und Luca Dastoli im Reservoir Bärholz, wo bald Strom produziert werden soll.

Weil die Quelle im Niesenberg rund 120 Meter höher liegt als das Reservoir Bärholz bei Büttikon, reicht der natürliche Druck in der Leitung sogar für 60 000 kWh Strom pro Jahr.

Die meisten Rohre, die das Trinkwasser vom Niesenberg Richtung Wohlen leiten, sind über 110 Jahre alt und bestehen aus sprödem Grauguss. Durch sie wird das Wasser wie früher direkt zu den Verbrauchern geleitet – ohne Entkeimung und Qualitätssicherung. Zudem führt die heutige Leitung mitten durch die Siedlungsgebiete von Uezwil und Büttikon und musste wegen Neubauten teilweise bereits verlegt werden.

Drei gute Gründe also für eine Erneuerung der Quellableitung. Ein weiterer Vorteil der neuen Linienführung ist aber, dass durch das Gefälle von 120 Metern, das zwischen den Quellen im Niesenberg und dem Ende der neuen Leitung im Reservoir Bärholz in Büttikon herrscht, genügend potenzielle Energie für ein Kleinwasserkraftwerk vorhanden ist. «Rund 60000 kWh Strom können so pro Jahr gewonnen werden, das reicht durchschnittlich für 15 Haushalte», sagt Urs Münger, Geschäftsleiter der IBW Technik AG, der Eigentümerin der
Wasserleitung.

Studenten schreiben Abschlussarbeit

Geplant wird das neue Trinkwasserkraftwerk von vier Studenten der ABB Technikerschule, darunter Luca Dastoli (23), einem Mitarbeiter der IBW Technik AG. «Wir suchten als Abschlussarbeit ein Thema, das später auch umgesetzt wird und nicht einfach auf dem Papier endet», erklärt er. Das Kleinkraftwerk eigne sich von der Komplexität her ideal für eine Abschlussarbeit, meint auch Münger, denn die IBW hat schon öfter ähnliche Projekte an Studenten vergeben.

«Wir haben im April mit der Arbeit begonnen», so Dastoli. «Mittlerweile steht das Konzept. Nun holen wir Offerten ein und vergleichen diese, damit wir der IBW Ende August unsere Vorschläge unterbreiten können.»

Im Gesamtprojekt wurden bisher die Pläne ausgearbeitet. Nun verhandelt die IBW mit den Grundeigentümern. Die neue Leitung wird wenn möglich unter Flurwegen verlegt – «überall ist das aber nicht möglich», so Münger. Wenn alles gut geht, sollten die Bauarbeiten im Oktober beginnen. «Läuft alles nach Plan, dann können die neue Leitung und das Kraftwerk im Mai 2013 in Betrieb genommen werden.»

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