Bremgarten
Tresor-Knacker sind meistens Spezialisten

Die acht verhafteten Männer waren schweizweit aktiv. Dabei handelt es sich Kriminaltouristen aus südlichen Balkanstaaten. Die Ermittlungen zu den Delikten dauern an. Panzerknacker erkunden ihre Objekte vor einer Straftat meist recht gründlich.

Toni Widmer
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Tresore werden meist mit brachialer Gewalt geöffnet. Szenenbild: Kapo

Tresore werden meist mit brachialer Gewalt geöffnet. Szenenbild: Kapo

Details zu den in Bremgarten verhafteten acht Männern (az vom Freitag) gibt die Polizei unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nach wie vor noch nicht preis. Allem Anschein nach handelt es sich mehrheitlich um Kriminaltouristen aus südlichen Balkanstaaten. Sie waren offenbar schweizweit tätig und hatten es vor allem auf Tresore abgesehen.

Dafür spricht auch ihr letzter Coup in der Nacht vor der Festnahme am frühen Donnerstagmorgen. In der Badi Bremgarten wurde ein massiver Tresor mithilfe einer Trennscheibe geöffnet.

«Dieser Typ Einbrecher», erklärt Kapo-Mediensprecher Bernhard Graser, «verfügt oft über erstaunliche handwerkliche Kenntnisse, die bei den Straftaten dann auch angewendet werden.» Meist, sagt Graser weiter, werde mit derart brachialer Gewalt vorgegangen, dass der Sachschaden am Schluss deutlich grösser sei als die Beute.»

Objekte werden ausgekundschaftet

Panzerknacker, weiss Bernhard Graser, erkunden ihre Objekte vor einer Straftat meist recht gründlich. Das lasse sich am Vorgehen ablesen, wenn beispielsweise Alarmanlagen ausser Betrieb gesetzt würden. Sie seien hingegen nicht unbedingt gewalttätig und flüchteten, wenn sie bei einem Einbruch gestört würden. «Auf der Flucht gehen sie allerdings jedes Risiko ein, und das kann gefährlich werden.»

Für welche Delikte im Aargau die verhafteten Bandenmitglieder infrage kommen, ist offen. Die Ermittlungen werden durch die Kapo Luzern geführt. Bei Straftätern, die grenzübergreifend aktiv sind, übernimmt jeweils ein Kanton die Führung. Entweder ist es derjenige, in dem das erste Delikt stattgefunden hat, oder dann jener, in dem die schwerste Straftat registriert wurde.

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