Merenschwand

Treibt ein Brandstifter sein Unwesen? Polizei nimmt Verdächtigen fest

Schon im August wurden im Merenschwand drei Brände gelegt – jetzt brannten nach dem ältesten Haus auch noch eine Bank und ein Stall.

Es ist kaum zu fassen: Nachdem Merenschwand bereits im August Schauplatz von drei Bränden geworden ist, brannte es nun schon wieder dreimal innert zweier Tage.

Am vergangenen Sonntag musste früh am Morgen eine Familie aus dem ältesten Haus des Dorfes flüchten, da dieses in Flammen stand. Die Feuerwehr konnte das Übergreifen auf andere Gebäude verhindern, das Haus brannte jedoch vollkommen nieder.

Roland Pfister, Pressesprecher der Kantonspolizei, erklärte darauf: «Wenn ein Haus vollkommen niederbrennt, ist es für die Ermittler schwierig, die Brandursache festzustellen.» So könne er auch noch nicht sagen, ob es Brandstiftung war oder nicht.

Schon wieder Brandstiftung in Merenschwand?

Schon wieder Brandstiftung in Merenschwand?

Nachdem bereits am Freitag eine Kartonfabrik in Flammen stand, brannten nun in der Nacht auf Samstag eine Waldhütte und die Hecke eines Einfamilienhauses. Bei allen drei Fällen geht die Polizei von Brandstiftung aus.

Mehrere Brände in wenigen Stunden

Am Montagabend brannte es allerdings erneut in Merenschwand. Hier geht die Polizei eindeutig von Brandstiftung aus. Wie sie in einer Mitteilung schreibt, wurde die Feuerwehr gegen 18.40 Uhr zu einem Brand auf dem Kirchplatz gerufen – nur einen Steinwurf von der Brandruine vom Sonntag entfernt.

Dort stand eine hölzerne Sitzbank direkt vor der Holzwand eines Gebäudes in Flammen. Der Brand war rasch unter Kontrolle. Nur eine Stunde später wurde die Feuerwehr an einen anderen Einsatzort gerufen:

An der Rozenstrasse brannte es im Innern eines ehemaligen Stalles. Auch dieses Feuer konnte innert weniger Minuten gelöscht werden, ohne dass das Gebäude davon betroffen wurde.

Der Feuerleger vom August wurde festgenommen

Haben die neuerlichen Brände etwas mit der Brandserie vom August zu tun? Damals wurden innert nur 27 Stunden drei Brände gelegt, und zwar bei der Kistenfabrik, an einer Waldhütte und in einer Thuja-Hecke.

Damals sind ein 22-jähriger Schweizer und seine 17-jährige Freundin verhaftet worden. Sie haben rasch zugegeben, die Brände gelegt zu haben. Das Verfahren gegen die beiden läuft noch. Was Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, gegenüber der SDA allerdings bestätigte: Der 22-Jährige war seit November wieder auf freiem Fuss.

Noch in der Nacht auf Dienstag wurde der 22-jährige Brandstifter vom August nun erneut vorläufig festgenommen. «Wir haben 24 Stunden Zeit, um festzustellen, ob er der Täter sein könnte. Dann wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob genügend Beweise gegen ihn vorliegen», erklärte Pfister am Dienstag. Auch das Alibi seiner 17-jährigen Freundin werde überprüft.

Natürlich liege die Vermutung nahe, es könnte derselbe Täter gewesen sein, sagte Pfister. «Aber es wäre theoretisch auch möglich, dass ein Trittbrettfahrer oder Nachahmer am Werk gewesen ist», hielt er fest.

«Bisher ist der Zusammenhang noch nicht bestätigt.» Oder, wie es in der Medienmitteilung heisst: «Die Kantonspolizei Aargau hat die Ermittlungen umgehend eingeleitet. Ob diese beiden Ereignisse mit früheren Bränden in der Region in Zusammenhang stehen, ist noch ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten hat eine Strafuntersuchung eröffnet.»

Feuerwehr war innert 90 Sekunden an der Brandstelle

Für Polizeisprecher Pfister ist am allerwichtigsten: «Rund um die beiden neuen Brandorte herum stehen alte Holzhäuser. Nur dank dem raschen Einsatz der Feuerwehr konnte das Feuer gelöscht und ein Ausbreiten auf die umliegenden Gebäude vermieden werden.»

Doch auch die Feuerwehr Merenschwand hatte sehr viel Glück: «Wir mussten einen kleinen anderen Fall abklären und waren darum bereits einsatzbereit im Magazin, als der erste Alarm kam», sagt Kommandant Patrick Fischer. «So waren wir innert 90 Sekunden bei der brennenden Bank.»

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