Muri
Traditionsreicher Chäsi-Wey-Laden erhält eine neue Leitung

Für die Käsereigenossenschaft Muri-Wey bleibt der traditionsreiche Laden eine wichtige Plattform.

Eddy Schambron
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Die Chäsi-Wey in Muri wird am Konzept der regionalen Produkte festhalten. ES

Die Chäsi-Wey in Muri wird am Konzept der regionalen Produkte festhalten. ES

Eddy Schambron

Die traditionsreiche Chäsi Wey in Muri, über das Dorf hinaus bei Käseliebhabern ein Begriff, wird eine neue Leitung erhalten. Lisbeth Hoppler, die im Januar ihr 10-Jahr-Jubiläum im Geschäft feiern kann, zieht sich zurück, nachdem ihr Mann seit zwei Jahren pensioniert ist. Ihr Nachfolger wird die Führung der Chäsi Wey am 1. März 2018 übernehmen, wie Hanspeter Müller, Präsident der Käsereigenossenschaft Muri-Wey, bestätigt. «Wir haben mit Lisbeth Hoppler eine sehr gute Zeit gehabt, verstehen und akzeptieren aber ihre Beweggründe, beruflich kürzerzutreten.» Es freut Müller auch, dass die bisherigen Mitarbeitenden im Laden weiter arbeiten können.

Einheimische Lebensmittel

Zuletzt rückte die Chäsi Wey an der Marktstrasse in Muri vor knapp einem Jahr ins Scheinwerferlicht: Sie hatte im November 2016 den Energiepreis 2016, ausgerichtet von der Gemeinde Muri und dem Muri Energie Forum, erhalten. Der Grund lag auf der Hand: Einheimische Lebensmittel regional verkaufen, das spart dank kurzen Transportwegen Energie, reduziert den Verpackungsmüll, bietet grösstmögliche Frische und hat Vorbildcharakter. «Das ist auch unter der neuen Führung das erklärte Ziel», erklärt Müller.

«Wir haben eine treue Kundschaft, und für uns Bauern bietet der Laden eine wichtige Plattform, die eigenen Produkte zu vermarkten.» Leichter sei das Geschäft in den letzten Jahren allerdings nicht geworden, wie er ausführt. «Die Konkurrenz im Konsumwarengeschäft ist riesig und Neukundinnen und -kunden zu gewinnen immer schwieriger.» Ein wichtiges Standbein bildet der Käseverkauf. Dieser sei zwar arbeitsintensiv, dafür sei die Marge noch in Ordnung. Anders beispielsweise bei der Milch. «Wir kaufen die Milch teurer ein, als sie von Grossverteilern verkauft wird.» Die Chäsi Wey bietet nicht nur zahlreiche Käsespezialitäten an, sondern deckt den ganzen Bereich des täglichen Bedarfs an Frischprodukten ab.

Laden ab 1958

Die Besitzerin des Ladens ist die Käsereigenossenschaft Muri-Wey. Von der Gründung der Käserei Muri-Wey ist so viel bekannt, dass das 1883 gemietete Käsereilokal im Ostflügel in der damaligen Pflegeanstalt gekündigt wurde. Dort war vorher die Milch von allen Bauern in Muri verkäst worden. Der Klosterrain war das unüberwindbare Hindernis, welches dafür sorgte, dass in unmittelbarer Nähe kein gemeinsames Käsereigebäude gebaut werden konnte. Für die Dörfler war es zu beschwerlich, die Milch ins Wey hinaufzuziehen, wird auf der Website der Chäsi Wey festgehalten. So kam es, dass man sich trennte und je eine Käserei im Dorf und im Wey baute. Nach zwei provisorischen Standorten wurde 1887 beim Viehmarktplatz im Wey für 80 000 Franken ein neues Käsereigebäude erstellt. Ein eigentlicher Laden wurde erst beim Umbau von 1958 eingebaut, der 1972 mit einem Anbau eine Erweiterung fand. Von 1962 bis 1980 wurde beim Nebengebäude noch eine Benzintankstelle betrieben.

Mit der Kündigung des Käseverkaufsvertrages 2003 gab man die Herstellung von bis zu sieben Emmentalerkäsen pro Tag auf. Als die Fabrikationsräume nach einem kurzfristigen Mietverhältnis unbenutzt waren, entschlossen sich die acht Genossenschaftsmitglieder, den Laden zu erweitern und in Eigenregie ein Spezialitätengeschäft für Lebensmittel zu führen.