Bettwil
Töff-Importeur Fritz W. Egli seit 1967 an der Swissmoto in Zürich

Der legendäre Motorradkonstrukteur und Kleinimporteur Fritz W. Egli nimmt für die Swissmoto erneut erhebliche Kosten in Kauf: «Für einen Kleinbetrieb ist das viel, aber man muss Flagge zeigen»

Eddy Schambron
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Fritz W. Egli (links) mit Werkstattchef Jürg Lindemann im Showroom in Bettwil; vorne rechts der Magnet für die Swissmoto, die neue Royal Enfield Continental GT.

Fritz W. Egli (links) mit Werkstattchef Jürg Lindemann im Showroom in Bettwil; vorne rechts der Magnet für die Swissmoto, die neue Royal Enfield Continental GT.

Eddy Schambron

Wenn Fritz W. Egli an der Swissmoto vom 20. bis 23. Februar in Zürich seinen Stand eröffnet, hat er nicht nur eine Stange Geld investiert, sondern auch viel Arbeit. Für einen kleinen Importeur wie den Bettwiler ist die wichtigste nationale Zweiradmesse eine echte Herausforderung.

Er und seine Mitarbeitenden stellen sich ihr seit 1967. «Unsere Händler und unsere Kunden erwarten das von uns», sagt der «Mechaniker», wie er sich selber immer bezeichnet hat. International bekannt geworden ist Egli mit eigenen Motorradfahrwerken in PS-strotzenden Maschinen. Heute importiert die Egli Motorradtechnik AG unter anderem indische Royal Enfield und die neu auferstandene britische Marke Norton.

Nutzen längerfristig sehen

Gut 60 000 Franken kostet Egli der Auftritt in Zürich. Darin enthalten sind neben der Miete der Standfläche die Aufwendungen des Standbauers, die Löhne für das Personal, Strom, Transort und Versicherungen. «Für einen Kleinbetrieb ist das viel, aber man muss Flagge zeigen», ist Egli überzeugt. An der Swissmoto selber spiele er die Kosten nicht herein, den Nutzen müsse man längerfristig sehen.

«Ich nehme an, der Auftritt an der nationalen Töff-Messe lohnt sich. Aber genau weiss man das natürlich nicht.» Wichtig ist für Egli und seinen Werkstattchef Jürg Lindenmann aber ebenso der direkte Kontakt zu den Kunden und zu den eigenen Händlern, die teilweise auch am Stand mitarbeiten.

Die Arbeit fängt schon lange vor der Ausstellung an: «Im September und Oktober legen wir das Konzept fest und entscheiden uns, welche Maschinen wir wo aufstellen», erklärt Lindenmann. Dazu braucht es auch ein «gutes Bauchgefühl» und etwas Erfahrung, damit bei den Besucherinnen und Besuchern das Interesse geweckt werden kann.

Magnet ist ein neuer «Oldtimer»

Dieses Jahr wird beim Stand von Egli die neue Royal Enfield Continental GT der Magnet sein. Der 500er-Einzylinder aus Indien, der wie ein alter Engländer aussieht, aber mit zeitgemässer Technik daherkommt, hat schon viele Vorschusslorbeeren eingeheimst. «Wir passen mit diesem Motorrad genau in einen neuen Trend der Retro-Bikes», freuen sich Egli und Lindenmann.

Der dichte Strassenverkehr, die Geschwindigkeitsbeschränkungen bringen die Kunden weg von den überpotenten Superbikes, «die man auf der Strasse nicht ausfahren kann, und mit denen man mit einem Bein immer im Käfig steht», wie sich Lindenmann ausdrückt. Mit schwächeren, aber charakterstarken Fahrzeugen ist wieder Motorradfahren möglich, das Vergnügen macht und Technik auch sinnlich erfahren lässt.

Egli, der frühere «PS-Papst», der noch 2009 auf dem Salzsee von Bonneville in der Kategorie Seitenwagen einen Geschwindigkeits-Weltrekord aufgestellt hat, war mit dem Import von Royal Enfield sozusagen dem Trend einen Schritt voraus. «Wir sind jedenfalls zufrieden: Schweizerisch ging der Umsatz bei Motorrädern im letzten Jahr rund sieben Prozent zurück; wir liegen mit drei Prozent deutlich unter dem Durchschnitt.»

Selbstverständlich werden in Zürich auch Eigenbauten zu sehen sein. «Wir sind nicht nur Importeure, wir sind nach wie vor eine Motorrad-Manufaktur mit eigener Produktion», unterstreicht Egli.

Anstrengende Tage

Die Arbeit an einer Messe ist zwar interessant, aber auch anstrengend. «Nach vier Tagen ist man ziemlich durch», weiss Lindenmann. Trotzdem freuen sich die beiden und das ganze Team aus Bettwil auf die Ausstellung, an der es manchmal auch Verrücktes zu erleben gilt. «Als wir die neu aufgelebte Norton Commando importierten und in Zürich ausstellten, gab es Kunden, die sich gleich mit Bargeld am Stand ein Motorrad sicherten», erinnert sich Egli.

Bargeld, das bedeutete in diesem Fall 24 000 Franken, die es bis zum nächsten Gang an einen Bankschalter sicher aufzubewahren galt. «Norton hat eben in vielen Ohren noch einen besonderen Klang.»

Weitere Informationen: Egli Racing oder Swiss Moto