Nesselnbach
«Toby on Tour»: Projekt gegen Nachwuchsmangel bei der Baubranche

Auf der Grossbaustelle an der Kantonsstrasse in Nesselnbach waren für einen Tag Dutzende Jugendliche mit orangen Helmen und Westen unterwegs. Organisiert wurde der Anlass, der «Toby on Tour» genannt wird, vom Aargauer Baumeisterverband.

Loredana Di Fronzo / Tommy Richner
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Schülerinnen der 3. Bezirksschule Wohlen machen unter Anleitung erste Versuche im Strassenbau und gehen die Sache behutsam an.

Schülerinnen der 3. Bezirksschule Wohlen machen unter Anleitung erste Versuche im Strassenbau und gehen die Sache behutsam an.

Tommy Richner

Bevor es für die Schüler aus den zweiten und dritten Klassen der Oberstufe an die Lehrstellensuche geht, nahmen sie Einblick in die Bau- und Handwerkerberufe und erlebten den Alltag eines Bauarbeiters.

Schon lange auf Tour

1991 hat der Aargauer Baumeisterverband «Toby on tour» ins Leben gerufen. Weil sich der Mehraufwand in Grenzen hält, beschloss der Verband, die «Toby»-Anlässe neu direkt bei Baustellen durchzuführen. Dank dieser Roadshow können Jugendliche, die am Maurer- oder Strassenbauerberuf interessiert sind, realitätsnah erleben, was sie in der Zukunft erwartet, und zügig feststellen, ob einer der beiden Beruf der Richtige für sie sein oder infrage kommen könnte.

23 Jahre...

... gibt es das Projekt «Toby on Tour» schon. 1991 wurde es vom Aargauer Baumeisterverband zur Verbesserung der Lehrlingszahlen ins Leben gerufen - mit beachtlichem Erfolg.

Im ganzen Aargau

In diesem Jahr geht das «Toby on Tour»- Team im ganzen Aargau auf Baustellen und veranstaltet die Anlässe für die örtlichen Oberstufenschüler. «Es ist für unsere Branche wichtig, den Jugendlichen die vielfältigen Bauberufe vorzustellen», sagte Roni Brunner, der Koordinator von «Toby on Tour».

Seit den 1980er-Jahren gerate die handwerkliche Berufstätigkeit zunehmend unter Druck. Im Gegensatz zum Büro- und Dienstleistungssektor leide die Baubranche unter Nachwuchsmangel. Bei Wind und Wetter draussen zu sein und sich körperlich anstrengen zu müssen, sage vielen nicht zu.

«Dabei gibt es bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung», scherzte Brunner. Ein Ausgelernter fügte hinzu: «Der Beruf hat natürlich auch schönen Seiten. Besonders im Sommer kann man durchaus ein wenig die Natur geniessen.» Da die Zahl der Lehrlinge in den letzten drei Jahrzehnten stetig sank, entschied sich der Aargauer Baumeisterverband, mit «Toby on Tour» Gegensteuer zu geben.

Cedric Stoob, 13 «Ich weiss nicht, was mir an einem Bauberuf nicht gefällt, aber es sagt mir einfach nicht zu.»
5 Bilder
Fabian Suter, 13 «Diese Arbeit gefällt mir eher weniger, sie ist mir zu anstrengend.»
Simon Wild, 13 «Ich finde handwerkliche Arbeiten cool und kann mir gut vorstellen, als Maurer zu arbeiten.»
Ilutin Stevcic, 15 «Ich interessiere mich für eine Lehre als Maurer, so kann ich zusätzlich meinen Muskelaufbau fördern.»
Louis Meier, 16 «Mir gefällt die Arbeit draussen. Ausserdem mag ich Teamarbeit und alles Handwerkliche.»

Cedric Stoob, 13 «Ich weiss nicht, was mir an einem Bauberuf nicht gefällt, aber es sagt mir einfach nicht zu.»

AZ

«Die Schüler zeigen sich durchs Band sehr interessiert», erläuterte Roni Brunner, «Toby» habe sich im Kopf vieler Jugendlicher festgesetzt. Im Gegensatz zu den Schülern lassen sich die Schülerinnen weniger für den Bauberuf begeistern. Unter allen Werkenden auf Baustellen sind nur 5% weiblichen Geschlechts.

Perspektiven im Überblick

In einem Lastwagen-Anhänger neben der Baustelle in Nesselnbach fanden die Schüler Informationen über jeden Bauberuf in gedruckter Form vor. Dabei wird auch vermittelt, was für berufliche Weiterbildungswege nach einem Lehrabschluss offen stehen. Währschafter Schlusspunkt: Nach der Führung auf der Baustelle und einem Informationsfilm erhielt jeder Schüler ein Getränk und eine kleine Lunchbox.