In der Wohler Bleichi haben sich ungefähr 60 Frauen, Männer und Kinder versammelt. Das ist an einem Mittwochmorgen nicht ungewöhnlich. Jede Woche verteilt die gemeinnützige Organisation «Tischlein deck dich» hier Lebensmittel an Armutsbetroffene. Die herausgegebenen Ess- und Trinkwaren dürfen nicht verkauft werden, da sie entweder nicht den vorgegebenen Normen entsprechen oder das Verkaufsdatum abgelaufen ist. Gerade hat die Abgabestelle 700 Eier erhalten, weil diese für den Verkauf zu klein sind.

«So viele Eier hatten wir noch nie», freut sich Leiterin Brigitta Hubeli. Das ist aber nicht das Einzige, was diesen Mittwoch besonders ist: Die Mitglieder des Tischlein deck dich dürfen einen Check im Wert von 6500 Franken entgegennehmen. Überreicht wird dieser von den Soroptimistinnen Bremgarten-Freiamt. Das Geld dafür sammelten sie mit dem vierten «Picknick in Weiss» im Dottiker Rosengarten.

Ungefähr 240 Personen nahmen daran teil. Der Eintritt für den Anlass anfangs Juni kostete 20 Franken, für Kinder unter 16 war er sogar gratis. Die Gäste konnten ihr eigenes Picknick mitbringen oder sich vor Ort mit Salat und Fleisch verpflegen. «Es war ein sehr stimmiger Abend», erzählt Alice Carlino, Mitglied der Soroptimistinnen. Auch aus dem Tischlein-deck-dich-Team waren einige Personen anwesend und wurden für ihre grossartige Arbeit gelobt. «Das habt ihr verdient», sagt Carlino dazu.

200 Lebensmittelbezüger

Rund 200 Menschen versorgt die Wohler Abgabestelle wöchentlich mit Lebensmitteln. Sie kommen mit ihrer Karte und holen Lebensmittel, sie können auch eine Vertretung schicken, die für bis zu fünf Personen Waren abholt. Zu bezahlen ist ein symbolischer Franken pro Karte. Die Reihenfolge wird jeweils ausgelost, denn es hat nicht immer von allem genug. Wird eine Nummer aufgerufen, werden die Lebensmittelbezüger von einem der 20 Mitglieder des «Tischlein deck dich» durch die Tische voller Kisten mit Brot, Gemüse, Eiern und Getränken geführt. Die Begleitung hilft bei der Auswahl und erklärt wenn nötig die Produkte.

«Wir wollen, dass die Lebensmittel auch gebraucht werden», erläutert Hubeli. Neben den überschüssigen oder unverkäuflichen Waren aus Läden, von Bäckern oder Bauern, bringen auch Nachbarn Gemüse oder Früchte aus dem Garten vorbei. Laut Hubeli sind solche Spenden immer willkommen: «Einfach anrufen und am Mittwoch vorbei bringen.»