Berikon
Tiefrote Zahlen – trotzdem wird der Steuerfuss nicht angehoben

Obwohl im Gemeindebudget ein Loch von 380'000 Franken klafft, soll der Steuerfuss von 92 % nicht angehoben werden. Auch, dass die Investitionen hoch bleiben, führt nicht zu einer Anhebung.

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Die Gemeinde Berikon

Die Gemeinde Berikon

AZ

Das Beriker Budget 2016 mit dem unveränderten Steuersatz von 92% ist defizitär. Beim operativen Ergebnis wird ein Minus von 1,15 Mio. Franken erwartet. Rund 770 000 Franken entnimmt man aus der Aufwertungsreserve, sodass sich unter dem Strich ein Defizit von rund 380 000 Franken einstellt. Dieser beträchtliche Aufwandüberschuss soll vollumfänglich aus dem Eigenkapital gedeckt werden.

Abstrich beim Steuerertrag

Fürs Jahr 2016 empfiehlt das kantonale Steueramt, bei den Steuereinnahmen der Gemeinden ein Plus von einem Prozent zu veranschlagen. Berikon muss kleinere Brötchen backen, denn die Steuereinnahmen 2015 bleiben hinter den Erwartungen zurück.

So rechnet die Gemeinde fürs nächste Jahr im Vergleich zum Budget 2015 mit einem Minus von 300 000 Franken bei den ordentlichen Gemeindesteuern und gesamthaft mit Steuereinnahmen von rund 11,74 Mio. Franken. Bei den Sondersteueren erwartet Berikon nächstes Jahr leicht höhere Einnahmen als 2015.

Der betriebliche Aufwand 2016 verharrt in etwa auf dem Niveau der Budgetzahlen 2015. Im Vergleich zur Rechnung 2014 schlägt ein höherer Personalaufwand zu Buche; Ursache dafür sind zusätzlich bewilligte Stellenprozente an der Gemeindeversammlung vom Juni 2014.

Im Weiteren können stets wieder zurückgestellte Sanierungsarbeiten bei Gemeindeliegenschaften und Strassen nicht weiter aufgeschoben werden und kommen 2016 zur Ausführung.

Nicht oder nur schwer beeinflussbare Kosten (Kantonsbeiträge, Beiträge an Gemeinden und Gemeindeverbände etc.) steigen weiterhin an. Die grössten Abweichungen gegenüber der Rechnung 2014 finden sich in den Abteilungen Bildung und Gesundheit.

Investitionen bleiben hoch

Im Budget 2016 sind hohe Nettoinvestitionen von rund 2,7 Mio. Franken veranschlagt. Davon entfallen rund 1,6 Millionen Franken auf die Sanierung der Kreisschule Mutschellen.

Nach wie vor stehen viele teils kostspielige Investitionsprojekte an. Die Umsetzung dieser Projekte werden Gemeinderat, Bewohner und Verwaltung weiterhin stark fordern. Die 2016 geplanten Nettoinvestitionen sowie eine Minus-Selbstfinanzierung verursachen einen Finanzierungsfehlbetrag von rund 3,0 Millionen Franken. Das Nettovermögen der Gemeinde Berikon sinkt daher voraussichtlich auf rund 11,8 Millionen Franken.

Die beachtlichen Abschreibungen bei den Investitionsprojekten werden die Jahresrechnungen Berikons in den kommenden Jahren zusätzlich belasten. (az)