Er gehört zu den Menschen, die sofort die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn sie einen Raum betreten.

Thomas Skipwith ist seine eigene Werbefläche. Der professionelle Rhetoriker weiss, dass zur perfekten Rede auch der perfekte Auftritt gehört.

So steht er vor einem, im dunklen Anzug, das weisse Hemd ohne Krawatte, der oberste Knopf steht leger offen. Sein Blick ist freundlich und direkt auf sein Gegenüber gerichtet. Er steht gerade und zeigt seine Handflächen. Diesem Mann würde man jederzeit einen Gebrauchtwagen abkaufen.

Was der studierte Betriebswirt und Unternehmensberater aber wirklich verkauft, sind keine alten Autos, sondern neue Erkenntnisse über die Kunst, vor Publikum zu sprechen. Das tut er seit nunmehr 25 Jahren so erfolgreich, dass er als einziger Kommunikationstrainer der Schweiz vom Rhetorikcoaching allein leben kann.

«Die anderen bieten alle noch zusätzliche Dienstleistungen an, um über die Runden zu kommen», erklärt Skipwith, der sich in seinen Kursen spezifisch auf den Liveauftritt vor Publikum konzentriert.

Besser werden mit einem professionellen Trainer

Vor sechs Jahren hat Skipwith den Rhetorik Club Mutschellen gegründet, den er in den ersten beiden Jahren auch präsidiert hat. «Unsere Vereinsstatuten verlangen aber, dass das Präsidium jedes Jahr wechselt», betont der vierfache Rhetorik-Europameister.

«So haben unsere Mitglieder immer wieder die Möglichkeit, sich einer neuen Herausforderung zu stellen, nicht nur, was die Organisation und Planung im Verein anbelangt, sondern auch rhetorisch. Ein Präsident hat viele Gelegenheiten, vor Publikum zu sprechen. Das ist ein gutes Training.» Denn nur Übung macht den Meister, weiss Skipwith aus eigener Erfahrung.

Das Motto des neuen Jahres heisst: «Dranbleiben!»

Wie im Sport oder jeder anderen Tätigkeit gehe es auch beim öffentlichen Reden darum, dran zu bleiben und jede Möglichkeit, zu üben, auch ganz gezielt zu nutzen. «Dranbleiben!» heisst denn auch das Motto des neuen Vereinsjahres, das offiziell am 1. Juli beginnt, und nunmehr schon zum zweiten Mal in der noch jungen Clubgeschichte unter dem Präsidium von Thomas Skipwith laufen wird.

Gut 20 Mitglieder zählt sein Verein, Tendenz steigend. «Es gibt weltweit mehr als 30 000 Clubs wie unseren», bestätigt Skipwith, «und immer mehr Menschen erkennen, wie wichtig es ist, dass man das, was man tut auch richtig präsentiert.» Das wusste auch der Gründer von «Toastmasters International», Ralph Smedley. Der Amerikaner hat 1924 die Non-Profit-Organisation zur Förderung der Kunst des öffentlichen Redens ins Leben gerufen, in der heute die meisten Rhetorikclubs der Welt Mitglieder sind. Unter ihnen auch der Rhetorik Club Mutschellen. «Smedley ist ein gutes Vorbild», lächelt Skipwith, «denn sein erster Versuch, die Organisation aufzubauen, ist gescheitert. Aber er ist dran geblieben, und im zweiten Anlauf hat es dann geklappt.»

Sein erster Schulvortrag war ein voller Reinfall

Auch Skipwith selbst kam nicht als fix fertiger Rhetoriker zur Welt. «Als Sohn eines Amerikaners und einer Schweizerin war ich oft in den Ferien in Amerika. Da waren wir einmal in einem Country Club zum Znacht eingeladen. Plötzlich dingelte da einer mit dem Löffel an sein Glas, stand auf und hielt ganz spontan eine Rede. Ich war tief beeindruckt.

Das wollte ich auch können.» Sein erster Vortrag, den er danach in der Schule halten musste, sei ein voller Reinfall geworden, erinnert sich Skipwith, aber er habe nicht aufgegeben. An der Uni St. Gallen wurde er zum Mitbegründer des Rhetorik Centers und nach dem Studium habe er als Unternehmensberater in Sachen Präsentation «so viel Übles gesehen, dass ich denen helfen wollte.»

So begann dann der Erfolgsweg des Sprechtrainers Thomas Skipwith und seines Instituts Descubris. Nach seinem Erfolgsrezept befragt, sagt der Redeprofi: «Man muss schon ein bisschen Wadenbeisserqualitäten an den Tag legen.

Wer nicht dran bleibt, kommt nicht weiter.» Am Tag der offenen Tür, dem 4. September, von 18.45 bis 21.15 Uhr, kann man sich im Berikerhus, an der Musperfeldstrasse 11 in Berikon, ein eigenes Bild machen vom Club, dessen Mitgliedern und der Art, wie da öffentliches Reden, sowohl vorbereitet als auch auch ganz spontan, geübt und beurteilt wird. Da die Platzzahl beschränkt ist, sollten sich Interessenten unbedingt via Mail vorgängig unter der Adresse rhetorik@rcmu.ch anmelden.