Bremgarten
Thomas Leitch: «Wohlen täte ein Gemeinderat aus der SP gut»

An ihrer Versammlung im «JoJo» in Bremgarten hielt die SP Bezirk Bremgarten Rückschau auf die Grossratswahlen vom Herbst. Man habe sich mehr erhofft als die 22 gewonnen Grossratssitze im Aargau. Doch die Partei legte trotzdem zu.

Lukas Schumacher
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Thomas Leitch

Thomas Leitch

Aargauer Zeitung

An ihrer Versammlung im «JoJo» in Bremgarten hielt die SP Bezirk Bremgarten Rückschau auf die Grossratswahlen vom Herbst. Man habe sich mehr erhofft als die 22 gewonnen Grossratssitze im Aargau – das gleiche Ergebnis wie 2009 –, bekannte Parteipräsident Thomas Leitch. Bemerkenswert sei aber, dass die Partei im Bezirk Bremgarten mit einem Plus von 1,4% stärker als in allen anderen Bezirken zulegte. Auf der anderen Seite hat die SP den anvisierten dritten Sitz im Bezirk Bremgarten verpasst, wenn auch nur knapp.

Intakte Chancen in Runde zwei

Dass der Wohler Arsène Perroud den dritten SP-Grossratssitz knapp verfehlte, könnte sich für die Ortspartei Wohlen im Nachhinein als vorteilhaft erweisen. Perroud hat gute Chancen, in der zweiten Wahlrunde am 27. Januar 2013 Wohler Gemeinderat zu werden. Als gewählter Grossrat hätte Perroud auf die Gemeinderatskandidatur verzichtet. «Es täte gut, wenn wir nach langem Unterbruch wieder einen Gemeinderat in Wohlen stellen könnten», sagte Leitch.

Zurück zur Grossratswahl. Überdurchschnittlich gut schnitt die Bezirkspartei in Gemeinden ab, wo auch Kandidatinnen und Kandidaten leben, so in Hägglingen, Jonen, Wohlen, Dottikon oder auf dem Mutschellen. Im Gegensatz zu SVP und FDP vermochte die SP ihr Wählerpotenzial nur ungenügend auszuschöpfen. Eine Ursache dafür sieht Leitch im Umstand, dass «die Wahlen zu stark durch die Tagespolitik geprägt waren. Die Asyldebatte war Wasser auf die Mühlen von SVP und FDP».

«Fundierter Sozialbericht»

Zweites Hauptthema der Versammlung – anwesend waren rund zwei Dutzend Angehörige der Partei – war der 260-seitige kantonale Sozialbericht, den das Departement Gesundheit und Soziales veröffentlicht hat. Den «fundierten, ausführlichen Bericht» will die SP Aargau als Grundlage für eine «Sozialstrategie» nutzen. Ideen und Umsetzungsvorschläge sollen am 19. Januar 2013 im Grossratssaal breit diskutiert werden.

Handlungsbedarf bestehe in vielerlei Hinsicht, erläuterten Grossrätin Rosmarie Groux und Grossrat Thomas Leitch. Laut Bericht müssten fast 20 % der Aargauer Haushalte mit wenig oder sehr wenig Geld auskommen. Kinderreiche Familien und vor allem Alleinerziehende seien bei den einkommensschwachen Haushalten stark übervertreten. Leitch und Groux machten auch auf die Ende 2009 eingereichte aargauische Volksinitiative der SP «Chancen für Kinder – zusammen gegen Familienarmut» aufmerksam: «Es ist schlicht unbegreiflich, dass diese Initiative nach drei Jahren noch nicht einmal diskutiert worden ist.»

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