Bünzen
Theatergruppe Bünzen hat Grosses vor: Ein echtes Dorf soll zur Bühne werden

Für das Freilichtspiel «Die Stickerin und der Fergger» scheut die Theatergruppe keinen Aufwand. In der Nähe der Kläranlage, wo das Stück im August aufgeführt wird, wird ein ganzes Dorf als Bühne und Kulisse aufgebaut.

Domnique Bitschnau
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Ein detailgetreu konstruiertes Dorf dient als Bühne und Kulisse für das diesjährige Freilichtspiel der Theatergruppe Bünzen. DBI

Ein detailgetreu konstruiertes Dorf dient als Bühne und Kulisse für das diesjährige Freilichtspiel der Theatergruppe Bünzen. DBI

Dominique Bitschnau

«Dieses Jahr setzen wir noch eins drauf», sagt Pius Strickler, Präsident der Theatergruppe Bünzen. In der Nähe der Kläranlage Bünzen hat die Theatergruppe ein ganzes Dorf als Bühne konstruiert.

30 Mitglieder im Alter von sieben bis siebzig Jahren werden darauf Ende Sommer das Stück «Die Stickerin und der Fergger» aufführen. Die aufwändig gestaltete Bühne wurde mithilfe von vielen Freiwilligen aufgebaut.

Seit Januar wird daran gearbeitet, eigens für das Stück wurden sogar Strassen konstruiert. «Bruno Brunner arbeitet jeden Tag daran. Wir sind unglaublich dankbar», sagt Regisseur Gerri Müller.

Damit alles möglichst echt wirkt, wurde mit viel Liebe zum Detail gebaut. So erhielt zum Beispiel jedes Haus einen eigenen Briefkasten. «Wenn man sich umsieht, ist man schon stolz», meint Strickler.

Nach dem letztjährigen Lustspiel wird in Bünzen dieses Jahr ein Drama gespielt. Das Stück spielt in der Ostschweiz und handelt von den Nöten der Menschen in der Stickerei-Industrie.

Dabei gibt es durchaus Parallelen zur Freiämter Strohindustrie. «Die Geschichte hätte identisch hier passieren können», meint Regisseur Müller. Für das umfangreiche Theaterprojekt wurde am Wochenende durchgehend geübt.

Die Geschichte beginnt mit einer Versteigerung auf dem Dorfplatz. Viele Menschen sprechen durcheinander und rufen laut ihre Gebote. Schliesslich ersteigert Familie Roth, Protagonisten des Stückes, das Haus.

Musik setzt ein. Am zweiten Probeweekend wurde zum ersten Mal mit dem Orchester unter der Leitung von Felix Müller geprobt. «Mit der Musik blüht das Theater richtig auf. Langsam aber sicher erhält unser Projekt Hände und Füsse», sagt Strickler.

Auf der Bühne sieht es leicht aus, in Wirklichkeit steckt aber viel Üben, Auswendiglernen und Koordination dahinter. Verständlich, dass es auch einmal zu Reibereien kommen kann. «Wir kommen an unsere Grenzen», verrät Strickler.

Zweimal pro Woche wird geprobt, zusätzlich gibt es immer wieder Treffen am Wochenende. Schauspieler und Helfer sind mit Herzblut beim Projekt dabei.

Wie bei der letzten Aufführung «Das Wirtshaus im Spessart» wird auch dieses Jahr unter freiem Himmel gespielt. Das Freilichtspiel bringt jedoch gewisse Risiken mit sich. «Wir hoffen natürlich auf gutes Wetter», erklärt Präsident Strickler.

In der vergangenen Theatersaison musste eine Aufführung wegen heftiger Regenfälle abgebrochen werden. Trotzdem sind die Theaterleute überzeugt von ihrem Konzept. Pius Strickler meint stolz: «So ein reales Schauspiel und geniale Stimmung würde man sonst nicht hinbekommen.»

Freilichtspiel «Die Stickerin und der Fergger» vom 9.August bis 14.September, Tickets über Telefon und Internet auf www.theater-buenzen.ch