Muri
«The Wall» rockte den Klosterhof in Muri

«The Wall» von Pink Floyd gehört wohl zu den bekanntesten Rockalben überhaupt. Die gleichnamige Tribut-Band brachte die legendäre Show dazu auf in Muri auf die Bühne. 1300 Fans genossen am vergangenen Samstagabend die Show vor historischer Kulisse

Anita Spielmann-Spengler
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Der Klosterhof Muri bildete einen historischen Rahmen für die Rockoper «The Wall»
14 Bilder
Warten auf den Einsatz, die Klosterspatzen Muri und der Ad-hoc-Erwachsenenchor auf der Bühne
The Tribute Band mit dem Ad-hoc-Chor aus der Region in Aktion
Die Klosterspatzen singen «Another Brick in The Wall»
«The Wall» im Klosterhof Muri
The Wall
The Wall
Die Klosterspatzen Muri und der Ad-hoc-Erwachsenenchor auf der Bühne
Schattenwurf des Gitarristen an der Klostermauer
Im Hintergrund Aufwendige Bildtechnik
Fast ausverkaufte Reihen im Klosterhof
Grandiose Stimmung
Erwachsenenchor auf der Bühne
Schlussakt auf der Bühne

Der Klosterhof Muri bildete einen historischen Rahmen für die Rockoper «The Wall»

Anita-Spielmann-Spengler

Im Vorfeld wurde mit Superlativen nicht gegeizt: Die beste Pink-Floyd-Tribute-Band Italiens sollte in Muri im Klosterhof spielen, mit einer neuen, grossartigen Inszenierung. Die Messlatte lag hoch, ist doch «The Wall» das meistverkaufte Doppelalbum überhaupt. Die legendären Bühnenshows des Originals bleiben unvergesslich. Manch einer der Konzertbesucher – das Durchschnittsalter lag bei geschätzten 45 bis 50 Jahren – dürfte in früheren Jahren mindestens ein reales Pink-Floyd-Konzert gesehen haben.

Klosterspatzen Muri on Stage

Es bedurfte einiger Bemühungen des «The Wall Live Orchestra», um mit den 1200 Fans warm zu werden. Dazu beigetragen hat die komplette Bestuhlung des Murianer Klosterhofs, die so ein typisches Konzertfeeling mit Stehplatz und Tanzen auf engem Raum verhinderte. Die 41 Musiker sowie sieben Gesangs-Solistinnen und -Solisten leiteten das rund zweistündige Live-Spektakel mit dem Song «In The Flesh?» ein, umrahmt von einer redimensionierten, aber überzeugenden Lichtshow. Die autobiografisch geprägte Geschichte rund um Pink, einem jungen, zwar erfolgreichen, aber sehr unglücklichen Musiker, nahm seinen Lauf. Erster Höhepunkt in der einbrechenden Dämmerung bildete «Another Brick in the Wall Part I». In diesem Song beklagt Roger Waters, Komponist, Bassist und Sänger der Band, den Verlust seines Vaters, der im Zweiten Weltkrieg in Italien fiel.

Nach «The Happiest Days of Our Lives» betrat der Schülerchor der Pfarrei, die Klosterspatzen Muri, die Bühne. Ganz in Weiss gekleidet, sangen sie in «Another Brick in The Wall Part 2» gekonnt ihren Part, der Waters grosse Abneigung für das herrschende Schulsystem mit sarkastischen Lehrpersonen, omnipräsenter Kontrolle und übergriffiger Erziehung spiegelt. Das Eis war gebrochen, die Stimmung stieg. Zusätzlich unterstützte nun der zwanzigköpfige Ad-hoc-Erwachsenenchor, zusammengestellt aus Mitgliedern von vier Chören der Region, die Band.

Pinks Hilfeschrei aus seiner Isolation und seinem Wahn, «Is there Anybody Out There», ergriff das Publikum, Gänsehautfaktor inklusive. Absoluter Höhepunkt des Abends bildete das mit Spannung erwartete grandiose David-Gilmour-Gitarrensolo in «Comfortably Numb», das heute noch Platz 4 der besten hundert Gitarrensoli der Welt belegt. Brillant musizierte das Orchester in dieser Nummer, die Zuhörer riss es zu Begeisterungsstürmen hin. In «Outside the Wall» wird nach Pinks Verurteilung die Mauer abgebrochen, ein neues Leben scheint sich anzubahnen.

Ein krönender Abschluss

Mit allen Mitwirkenden auf der Bühne bildete die Reprise von «Another Brick in The Wall» den krönenden Abschluss des Abends, der das Publikum mit minutenlangen Standing Ovations verdankte. Die Klosterspatzen Muri hatten an diesem Abend bereits den zweiten Auftritt mit der Tribute Band. Am Vorabend sangen sie in der Aufführung auf der Bieler Seebühne, kehrten erst um ein Uhr nachts nach Hause zurück und bestritten quasi gleichentags noch die Aufführung in Muri. Die Begeisterung der Kinder sei riesig gewesen und es habe allen sehr viel Spass gemacht, sagte die Klosterspatzen-Dirigentin.

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