Am Anfang, 2016, waren es 120 Teilnehmende am internationalen Wettbewerb für Oboe und Fagott, The Muri Competition. Für die Ausgabe dieses Jahres, die vom 22. bis 28. April dauert, hatte die Vorjury über 250 Aufnahmen zu beurteilen. The Muri Competition ist bereits zu einem festen Bestandteil des Kulturangebotes von Muri geworden – mit internationaler Ausstrahlung.

Peter Müller, Projektkoordinator, freut sich über die reibungslos laufenden Vorbereitungsarbeiten. Weil die Räumlichkeiten durch das Zusammenfallen von Frühlingsferien und Ostertagen beschränkt sind, wurde beschlossen, den Wettbewerb zu straffen. Die Teilnehmerzahl wurde auf je 40 Oboisten und Fagottisten eingegrenzt und der zeitliche Verlauf auf acht Tage gekürzt.

Hohes Niveau

Die beiden Fachjurypräsidenten Martin Frutiger (Oboe) und Matthias Rácz (Fagott) sowie der aus Muri stammenden Gesamtprojektleiter Renato Bizzotto halten fest, dass das technische Niveau der Bewerber und Bewerberinnen sehr hoch sei. Die Aufnahmen, welche die jungen Musiker und Musikerinnen einreichen, seien professioneller geworden. «Wenn man für den Wettbewerb keine Topaufnahme liefert, dann hat man bei der Selektion keine Chance», bringt es Renato Bizzotto auf den Punkt. Es gibt ein grosses Teilnehmerfeld, das gut und solid spielt. Bei einigen sehr talentierten und ambitionierten Musikerinnen und Musikern war aber praktisch schon bei den ersten Tönen klar, dass sie einen Platz am Wettbewerb in Muri haben.

Aus dem grossen und eng beieinanderliegenden Mittelfeld die Kandidatinnen und Kandidaten für eine Teilnahme herauszufiltern, war eine echte Herausforderung, denn schliesslich hatte man nur Platz für 40 Oboisten und 40 Fagottisten, die zum Wettbewerb im April 2019 in Muri eingeladen werden. Dabei kam es bei der kürzlich stattgefundenen Selektion auch zur einen oder anderen Überraschung. «Da gibt es die 16-jährige hochbegabte koreanische Jungstudentin und den jungen Franzosen, der sein Studium abgeschlossen und bereits in einem Orchester eine Solisten-Stelle besetzt hat», betont Martin Frutiger. Eher unerwartet war auch, dass Wettbewerbsteilnehmer aus dem Jahr 2016, die damals teilweise bis ins Halbfinale kamen, für 2019 die Vorjury nicht überzeugen konnten und ohne eine Einladung nach Muri blieben.

Harter Kampf an der Spitze

Dies zeige zum einen, wie hart der Kampf an der Spitze ist, aber auch, wie sich der Wettbewerb The Muri Competition international entwickelt habe. Auf internationaler Ebene wird der Wettbewerb in Muri sehr hoch geschätzt, denn er kann laut Renato Bizzotto durchaus ausschlaggebend dafür sein, ob man eine der begehrten Stelle in einem renommierten Orchester bekommt oder nicht. «Man muss sich durchaus bewusst sein, dass wir mit der Vergabe von Preisen auch in der Musikwelt eine Richtung vorgeben können», lässt Matthias Rácz in seine Arbeit blicken. Deshalb sei es wichtig, dass die Jury altersdurchmischt ist, damit verschiedene Erfahrungswelten einfliessen könnten. Auch Martin Frutiger und Renato Bizzotto sind der Meinung, dass die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs einen guten Bonus für den Start in ihre musikalische Karriere erhalten. (az)