16,3 Millionen Franken kostet der Hochwasserdamm, der das untere Bünztal künftig vor Überschwemmungen schützen soll.

Der rund 900 Meter lange und 2 Meter hohe Damm bildet das Kernstück des regionalen Hochwasserschutzprojekts.

Das neue Rückhaltebecken zwischen Wohlen und Waltenschwil hat eine Kapazität von 600 Millionen Litern Wasser.

Dies entspricht einem Hochwasser- Ereignis, das im Bünztal laut statistischer Wahrscheinlichkeit nur alle 100 Jahre einmal auftritt.

Neben dem Hochwasserdamm ist auch ein Teilausbau der Bünz in Wohlen und Dottikon vorgesehen (siehe Boxen). Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Schutzmassnahmen auf gut 22,6 Mio. Franken.

Schadenpotenzial von 30 Mio. Fr.

Ein hoher Betrag, doch Projektleiter Silvio Moser von der kantonalen Abteilung Wasserbau betont: «Das Schadenpotenzial bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis beträgt über 30 Millionen Franken.»

Moser ergänzt, die Gefahrenkarten für das Bünztal und vergangene Hochwasserereignisse würden eindeutigen Handlungsbedarf für das untere Bünztal aufzeigen.

Damm in Landschaft eingepasst

Die drei Projekte (Hochwasserdamm, Teilausbau Bünz Wohlen, Teilausbau Bünz Dottikon) liegen bis am 26. März öffentlich auf.

Die entsprechenden Unterlagen können auf den Gemeindeverwaltungen in Waltenschwil, Wohlen und Dottikon eingesehen werden. Der weitere Terminplan beim Hochwasserschutz: Ende 2013 soll die Projektgenehmigung vorliegen; der Baustart ist für das 3. Quartal 2014 vorgesehen.

Einsprachen könnten dieses Programm durcheinanderbringen, doch Silvio Moser ist optimistisch. «Landschaftsarchitekten und Ingenieure achteten bei der Linienführung darauf, dass sich der Erddamm harmonisch ins Landschaftsbild des Bünztals einfügt».

Ausserdem seien die betroffenen Grundeigentümer, die sich zu den Dammplänen zum Teil kritisch geäussert hatten, in die Planungen einbezogen worden.

Ein weiterer Pluspunkt aus der Sicht des kantonalen Projektleiters ist die Kombination des Damms mit einer Bachrenaturierung.

«Im Einstaubereich des neuen Rückhaltebeckens wird die heute kanalisierte Bünz auf einer Länge von rund 800 Metern revitalisiert», erläutert er.

Landerwerb als Knackpunkt

Silvio Moser ist überzeugt, dass das Hochwasserschutzprojekt grundsätzlich auf einem guten Weg sei. «Es ist immer schwierig abzuschätzen, wie ein Auflageverfahren verläuft», räumt er ein.

Dennoch geht Moser eher nicht davon aus, dass grundlegende Einwendungen gegen das Projekt auftauchen könnten.

Heikel sind laut dem Projektleiter hingegen jeweils die Landerwerbsverhandlungen. «Das ist jedoch ein separates Verfahren, das erst später durchgeführt wird», sagt er.

Zudem habe der Kanton kürzlich drei Hektaren Land erwerben können. «Das ist positiv, weil wir diese Fläche für den Realersatz jener Landwirte einsetzen können, die Land für den Hochwasserschutzdamm abtreten», fasst Silvio Moser zusammen.