Wahlen und Abstimmungen
Tempo 30 und einige Kampfwahlen im Freiamt

Im Fokus der lokalen Wahlen und Abstimmungen im Freiamt vom 23. September steht die Verkehrsberuhigungs-Vorlage in der Gemeinde Waltenschwil.

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30er-Zonen für die Wohnquartiere in Waltenschwil? AR/az

30er-Zonen für die Wohnquartiere in Waltenschwil? AR/az

In 80 der über 210 Gemeinden im Aargau sind Tempo-30-Zonen in den Wohnquartieren vorhanden. Insbesondere grössere Gemeinden mit regem Quartierverkehr, aber auch eine recht beachtliche Anzahl kleinerer Gemeinden setzen auf diese flächendeckende Verkehrsberuhigungsmassnahme.

An der Urne haben es Vorlagen zu Tempo30 aber schwer. Im Frühling 2012 scheiterte die Einführung der 30er-Zonierung bei Referendumsabstimmungen in Seon und Schafisheim. Die letzte Urnenabstimmung im Freiamt zum Thema Verkehrsberuhigung liegt zwei Jahre zurück. In Jonen siegten damals die Gegner von Tempo 30.

Intakte Chancen in Waltenschwil

In der Gemeinde Waltenschwil, mit rund 2600 Bewohnern eine der mittelgrossen Freiämter Gemeinden, steht am 23. September Tempo 30 bei einer Referendumsabstimmung auf dem Prüfstand. Die Chancen, dass ein Ja zur flächendeckenden Einführung resultiert, stehen recht gut. Die Befürworterseite hat sich in einem sehr aktiven Komitee formiert. Das Komitee argumentiert mit Sicherheitsgründen, mit den verhältnismässig tiefen Umsetzungskosten von rund 120000 Franken sowie mit mehr Lebensqualität für Anwohner und schwächere Verkehrsteilnehmer im Sog der Temporeduzierung.

An der Gemeindeversammlung war Tempo 30 bei 155 Ja gegen 69 Nein deutlich durchgekommen. Stefan Furrer und fünf Mitstreiter ergriffen das Referendum. Die Gegner halten die Verkehrsberuhigung für unnötig und vermuten, dass die budgetierten Realisierungskosten von 120000 Franken nicht ausreichen würden. Das Referendum kam mit 426 gültigen Unterschriften zustande, 347 hätten gereicht.

Brun oder Brander in Muri?

In Muri kommt es zum zweiten Wahlgang für ein Mitglied in den Gemeinderat. CVP-Kandidat Urs Wüthrich (CVP) tritt nach dem ersten Wahlgang nicht mehr an. Damit bewerben sich noch Benjamin Brander (SVP) und Christine Brun (SP) um die Nachfolge von Ueli Frey (CVP). Im ersten Wahlgang führte bei einem absoluten Mehr von 738 Stimmen Brun mit 542 Stimmen, gefolgt von Brander mit 505 Stimmen. Während die CVP für den zweiten Wahlgang Stimmfreigabe beschlossen hat, unterstützt die FDP den SVP-Kandidaten. Die SVP ist mit Milly Stöckli bereits im Gemeinderat Muri vertreten. Nicht mehr in der Exekutive ist die SP seit dem Ausscheiden von Heidi Schmid 2005. Die CVP belegt gegenwärtig mit Josef Etterlin, Gemeindeammann, Heinz Nater und Ueli Frey drei Sitze, Vizeammann Hampi Budmiger ist parteilos.

Unterlunkhofen und Wohlen

Zu Kampfwahlen kommt es auch in den Gemeinden Unterlunkhofen, Wohlen und Sarmenstorf.

In Unterlunkhofen bewerben sich Yvonne Amstutz und Daniel Ruppen um einen freien Sitz im Gemeinderat. Beide sind parteilos, beide rechnen sich gute Wahlchancen aus. Der Sieger oder die Siegerin tritt die Nachfolge von Volker Herrnberger an, der das Ressort Finanzen/Schule betreut.

In Wohlen wird ein Sitz in der Schulpflege vergeben. Zwei Kandidatinnen stehen zur Wahl, Bernadette Huwiler Keck von der CVP und Giuseppina Vogt von der SVP.

Sarmenstorf und Widen

Ebenfalls eine Schulpflege-Ersatzwahl steht in Sarmenstorf an. Kurioserweise bewerben sich gleich fünf Personen um diesen freien Sitz: Stefan Gebert, Jacqueline Karpf, Marco Lüthi, Pia Unternährer und Chantal Waser.

So gut wie gewählt ist Beat Suter von der CVP. Suter, Kommandant der Feuerwehr Mutschellen, ist einziger Kandidat bei der Gemeinderats-Ersatzwahl in Widen. Nötig ist die Wahl, weil der parteilose Gemeinderat Felix Schlatter Ende 2012 zurücktritt. (sl/es)