Mehr Tempo 30 auf dem Gemeindegebiet Muri: Bis 11. September liegt die entsprechende Signalisation in sieben Gebieten und im Weiler Hasli öffentlich auf. Die Einführung von Tempo 30 ist einerseits auf die guten Erfahrungen mit den 2014 in den Dorfteilen Süd und West signalisierten Tempo-30-Zonen, andererseits auf entsprechende Wünsche aus der Bevölkerung zurückzuführen. Das Planungsbüro Teamverkehr.zug hat dazu die Machbarkeit verschiedener kritischer Strassen beurteilt und die Ergebnisse mit einem Workshop vor einem Jahr der Bevölkerung vorstellt.

Darauf hat der Gemeinderat Muri beschlossen, mit der Variante «ausgewählte Tempo-30-Zonen» auf der Vorderwey-, Kirchbühl-, Kirchenfeld-, der Eggstrasse und dem Wiliweg sowie deren umliegenden Gebieten die Geschwindigkeitsbegrenzung umzusetzen, ohne bauliche Massnahmen. Ausgenomen davon sind die Bach-, Aettenberg-, Gammerstall-, Spital- und Grindelstrasse sowie das gesamte Kantonsstrassennetz und das Industriegebiet. Das Departement Bau-, Verkehr- und Umwelt befürwortet die acht geplanten Tempo-30-Zonen, macht aber auch Anmerkungen zu Paradiesweg und Steinenbergstrasse sowie Wiliweg, etwa, Sackgassen nicht in das Konzept Tempo 30 zu integrieren.

Verschiedene Gefahren

Einzelne Tempo-30-Zonen sind laut Gutachten letztlich eine Anpassung des Verkehrsregimes an die vorhandenen Siedlungsstrukturen, so beispielsweise bei der Fahrweidstrasse, beim Paradiesweg und der Steinenbergstrasse oder dem Wiliweg. Das angepasste Fahrtempo hat auch positive Auswirkungen auf die Wohn- und Aufenthaltsqualität in den umliegenden Quartieren. Andernorts ist heute das gefahrene Tempo (das von 85 Prozent der Fahrzeuge unterschritten oder erreicht wurde, sogenannt V85) recht hoch, 49 Stundenkilometer auf der Vorderweystrasse oder 47 Stundenkilometer auf der Kirchenfeldstrasse. Das hohe Aufkommen an Kindern auf dem Schulweg, die kommunale Veloroute und die kantonale Fussgängerroute, die über die Vorderweystrasse führen, sowie das flächige Querungsbedürfnis sprechen für das Herabsetzen der Höchstgeschwindigkeit auf der Vorderweystrasse. Ähnliches gilt für die Kirchenfeldstrasse, wie die Verkehrsplaner festhalten: «Die Klosterfeldstrasse weist aufgrund der unklaren Gestaltung und den hohen gefahrenen Geschwindigkeiten Sicherheitsdefizite für den Fuss- und Veloverkehr auf. Aufgrund der wichtigen Bedeutung der Klosterfeldstrasse für den Veloverkehr und der Schulkinder sind Massnahmen zu treffen.»

Auch für den Weiler Hasli gingen beim Gemeinderat Muri mehrere Anfragen von Bewohnerinnen und Bewohnern ein, die sich für Tempo 30 aussprachen. Damit soll neben der Sicherheit der Bewohner auch der Durchfahrtswiderstand im Gebiet erhöht werden.

Häufige Übertretungen?

Erfahrungen von Teamverkehr.zug bezüglich Geschwindigkeitsniveaus in Tempo-30-Zonen würden zeigen, dass bereits durch die Signalisation einer Tempo-30-Zone die Geschwindigkeiten um zwei bis drei Stundenkilometer reduziert werden könnten. Damit ohne bauliche Massnahmen der Zielwert von V85 = 38 km/h erreicht wird, dürfe die aktuelle Geschwindigkeit des erhobenen Wertes bei höchstens 41 km/h liegen. «Liegen die heute gefahrenen Geschwindigkeiten nah bei 50 km/h, so sind erhebliche bauliche Massnahmen notwendig. Werden diese nicht oder nur teilweise umgesetzt, so kann davon ausgegangen werden, dass die Häufigkeit der Übertretungen zunimmt, womit durch die Tempo-30-Zone neue Probleme geschaffen werden, statt diese zu lösen.»

Sämtliche Unterlagen inklusive Signalisationsplänen liegen bis 11. September auf der Gemeindekanzlei öffentlich auf. Sie können auch auf der Website der Gemeinde Muri, www.muri.ch, eingesehen und heruntergeladen werden.