Waltenschwil
Tempo 30 fällt in Waltenschwil an der Urne durch

Tempo 30 wird in den Wohnquartieren von Waltenschwil nicht umgesetzt: An der Referendumsabstimmung setzten sich die Gegner recht deutlich durch. Auf 578 Abstimmungszetteln stand Nein zu Tempo 30, auf 461 Zetteln stand Ja.

Lukas Schumacher
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Auf den Quartierstrassen in Waltenschwil gilt weiiterhin Tempo 50.

Auf den Quartierstrassen in Waltenschwil gilt weiiterhin Tempo 50.

sl

Die Verkehrsberuhigungsvorlage hat die Leute mobilisiert. Fast zwei von drei Stimmberechtigten gingen zur Urne, die Stimmbeteiligung lag bei 59,9 %.

«Aufwand hat sich gelohnt»

Im Lager der Gegner zeigt man sich erfreut. «Ein vernünftiger Entscheid mit einem klaren Ergebnis», kommentierte Referendumsführer Stefan Furrer «unser Aufwand bei der Unterschriftensammlung wurde honoriert.» Weshalb die Gegenkampagne zu Tempo 30 verfing, sei durchaus nachvollziehbar. Die Mehrheit der Dorfbewohner halte die flächendeckende Beruhigung für unnötig, da nur Vereinzelte in den Wohnquartieren ständig zu schnell fahren würden. «Wegen einigen Unverbesserlichen alle auszubremsen, wäre ungerecht gewesen.»

Nur wenige Leute hätten die Verkehrsberuhigungskosten von 120 000 Franken als zu hoch taxiert, betonte Furrer. Der entscheidende Faktor sei die geplante grossflächige Beruhigung gewesen.

«Chance verpasst»

«Schade um die fortschrittliche Vorlage», sagte Urs Lüthi vom Komitee «Pro Tempo 30», «es wurde eine Chance verpasst». Dass es trotz des enormen Einsatzes der Befürworter nicht gereicht habe, sei bitter und enttäuschend. Was genau den Ausschlag gegen Tempo 30 gegeben habe, sei schwer nachvollziehbar. «Möglicherweise war entscheidend, dass wir auf der Befürworterseite stets fair und betont sachlich argumentierten. Die emotionale Ebene blendeten wir praktisch aus, das könnte ein Fehler gewesen sei.»

Am Konzept habe es gewiss nicht gelegen, es seien ja keine Schwellen oder andere radikale Möblierungen geplant gewesen, bloss Zonen-Signalisationen, Bemalungen und einige Blumentöpfe zur Fahrbahn-Verengung.