Villmergen
Tempo 30 - Das Bündtenquartier als Pilotprojekt

Ziel der neuen Tempo-30-Zone ist die erhöhte Sicherheit für Kindergärtler und Schüler. Weitere Massnahmen sollen zusätzlich den Verkehr im Dorfzentrum verringern.

Dominic Kobelt
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Seit Mitte Dezember darf rund um den Kindergarten Bündten nur noch mit 30 km/h gefahren werden.

Seit Mitte Dezember darf rund um den Kindergarten Bündten nur noch mit 30 km/h gefahren werden.

Dominic Kobelt

Kurz vor 12 Uhr wuseln die Kinder in kleinen Gruppen die Bündtenstrasse entlang, orangefarbige und gelbe Leuchtwesten hüpfen auf den letzten Schneeresten auf und ab. Die Kleinen freuen sich auf das Mittagessen und rennen oder schlendern, meist laut plaudernd, zur Bushaltestelle oder Richtung Zuhause.

Als Autofahrer ist jetzt besondere Vorsicht angebracht. Seit Mitte Dezember können sich die Kinder etwas sicherer fühlen: Im Quartier Bündtenstrasse, Bachstrasse, nördliche Dorfmattenstrasse rund um die Schulzentren Hof und Mühlematten, Kindergarten Bündten und die Freizeitanlagen beim Schwimmbad wurden Tempo-30-Zonensignalisationen vorgenommen.Im Verlaufe des Monats folgen die Bodenmarkierungen, die die Verkehrsteilnehmenden zusätzlich auf die Tempo-30-Zone hinweisen sollen.

Mehr Sicherheit, weniger Lärm

Der Gemeinderat erhofft sich dadurch nicht nur mehr Sicherheit für die Fussgänger, sondern auch weniger Lärm und Schadstoffbelastung für die Quartiere. Die Einführung von Tempo 30 in verschiedenen Wohnquartieren sei auch eine Möglichkeit, den Schleichverkehr durch die Quartiere zu minimieren. Dabei dient das Bündtenquartier als Pilotprojekt, um erste Erfahrungen zu sammeln. Die Regionalpolizei wird die neue Verkehrsanordnung regelmässig mit Geschwindigkeitsmessungen kontrollieren.

«Es ist noch zu früh, um etwas über die Auswirkungen zu sagen», sagt Markus Keusch, verantwortlich für das Thema Schulwegsicherheit beim Verein Schule und Elternhaus Villmergen. «Aber eine tiefere Geschwindigkeit ist immer besser für den Fall, dass etwas passieren würde, was wir natürlich nicht hoffen.»

Man sei sehr erfreut darüber, dass der Gemeinderat den Worten Taten folgen lasse und nun ein erster wichtiger Schritt getan sei. Das Problem in Villmergen seien die beiden Schulzentren: «Die Kinder müssen zum Teil während des Tages vom einen ins andere wechseln.» Damit bleibt das Problem, dass viele Schüler die stark befahrene Hauptstrasse überqueren müssen.

Um diesem Problem zu begegnen sind im kommunalen Gesamtplan Verkehr, der im Rahmen der laufenden Nutzungsplanungsrevision ebenfalls angepasst wird, weitere Massnahmen geplant. Als primäres Ziel will der Gemeinderat den motorisierten Individualverkehr aus dem Seetal möglichst direkt auf das übergeordnete Netz lenken.

Dazu soll die Wohlerstrasse als schneller Zubringer auf die Bünztal-achse aufgewertet werden. Mitteldorf-, Unterdorf- und Anglikerstrasse will man so entlasten und damit den Verkehr im Dorfzentrum mittelfristig deutlich verringern. Gelingen kann das Vorhaben, wenn verschiedene Massnahmen zusammenspielen.

So muss der Knoten Bullenberg leistungsfähiger werden, auf dem Löwenplatz ist eine entsprechende Signalisierung vorgesehen und das Dorfzentrum braucht eine Aufwertung. Ins Auge gefasst wird auch eine Sperrung der Unterzelgstrasse für den motorisierten Individualverkehr.

Weniger Transitverkehr

Der Verkehr rund um den Kindergarten habe bereits durch die Verengungen abgenommen, sagt Keusch. «Unser Hauptanliegen bleibt es, den Transitverkehr umzulenken. Die Tempo-30-Zone ist eine erste, wichtige Massnahme, um die Sicherheit der Kinder und der älteren Menschen zu erhöhen.»

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