Hägglingen

Tellspielverein sucht Freiwillige für Franzosenüberfall und Mordfall

Produktionsleiter Pius Schöpfer beim Gedenkkreuz im Emmetfeld.

Produktionsleiter Pius Schöpfer beim Gedenkkreuz im Emmetfeld.

Der Tellspielverein plant 2016 ein grosses Freilichtspiel rund um das Gefecht im Emmetfeld von 1798. 16 bis 20 Aufführungen sind geplant. Das Budget liegt beim 320'000 Franken. Ein Drittel soll über Ticketverkäufe eingespielt werden.

1798 unterlagen beim Gefecht auf dem Emmetfeld bei Hägglingen die Zuger und Freiämter Truppen den viel besser bewaffneten Franzosen. Dieses Ereignis inspiriert den Tellspielverein Hägglingen zu einem Freilichttheater. «Die Premiere wird am 12. August 2016 stattfinden, aber nicht auf dem Emmetfeld, sondern beim Forsthaus Hägglingen», weiss der 52-jährige Produktionsleiter, Vizeammann und Unternehmensberater Pius Schöpfer. Schöpfer stand zweimal bei den Hägglinger Tellspielen selber auf der Bühne. 

Personal gesucht

Die Vorbereitungen fürs grosse Spiel sind schon weit gediehen. So steht fest, dass der bekannte Autor Paul Steinmann (Rikon) das Stück schreiben und der Regisseur Ady Meyer (Gelterkinden) dieses in Szene setzen wird. Beide haben ihr Können schon mehrfach unter Beweis gestellten, zum letzten Mal 2012 beim Freilichttheater «Chrüüz und Fahne», das dem 1. Villmergerkrieg von 1712 galt.

«Jetzt suchen wir Personal, also Mitmachende, die sich auf und hinter der Bühne engagieren möchten», erläutert Produktionsleiter Schöpfer. Er geht von einem Ensemble von 30 bis 40 mitspielenden Laien aus, wovon 15 bis 25 in kleineren und grösseren Sprechrollen. Ein professionelles Team wird für die Musik, das Bühnenbild, die Kostüme, die Choreografie, Ton und Licht verantwortlich sein.

Wer auf der Hägglinger Freilichtbühne lauten Gefechtslärm hören und sich im Blut wälzende Soldaten sehen möchte, geht fehl. Vielmehr beleuchtet Steinmann die Ereignisse rund um die Zeit, als die Franzosen die damalige Eidgenossenschaft besetzten, ohne grosses Getöse, aber mit Emotionen aus der Sicht der Landbevölkerung. Geschichtlich verbürgt soll der «Franzosenmord» in der Hägglinger Igelweid sein.

Laut Schöpfer denkt Autor Steinmann an eine Liebesgeschichte, in die ein Hägglinger verwickelt wird, der als Söldner in der französischen Armee diente und reich, aber schwer verletzt in die Heimat zurückkehrt, dort seine Jugendliebe heiratet und einen Hof in der Igelweid kauft.

Genug der Idylle: Der Autor plant auch den Mord in der Igelweid ein. «Steinmann schreibt ein Stück für die ganze Familie, mit Unterhaltungswert, aber auch mit Tiefgang», verspricht Schöpfer. «Wir rechnen mit 16 bis 20 Aufführungen. Beim Forsthaus wird eine gedeckte Tribüne für 350 bis 400 Besucher aufgebaut.»

Produktion kostet 320 000 Franken

Mehr über das Stück werden Interessierte am «Kennenlerntag» vom 15. November 2014 erfahren, an dem, so hofft Produktionsleiter Pius Schöpfer, viele Leute teilnehmen, die sich am Freilichttheater beteiligen möchten. Er rechnet für die Produktion mit einem Budget von rund 320 000 Franken. Ein Drittel der Ausgaben soll über den Ticketverkauf gedeckt werden. Bedeutende Sponsoren aus Hägglingen und Umgebung haben finanzielle und materielle Unterstützung zugesagt.

Auch die Einwohnergemeinde Hägglingen soll mithelfen, die beachtlich hohen Kosten zu tragen. «Ich werde im Gemeinderat beantragen, einen heute noch nicht bekannten Betrag ins Budget aufzunehmen», teilt Pius Schöpfer mit. «Selbstverständlich werden wir auch Kulturstiftungen und den Kanton Aargau um einen Zustupf angehen.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1