Sehr lebhaft geht es im Vorfeld der Freiämter Gemeindewahlen vom 22. September nicht zu. Ausser Wahlempfehlungen für Kandidierende in Leserbriefen und einigen Artikeln im regionalen Blätterwald läuft wenig. Selbst in Gemeinden, wo Kampfwahlen angesetzt sind, bewegt sich nicht viel.

Ein Farbtupfer immerhin prangt in Bremgarten, genauer am äusserst baufälligen Gebäudeteil des autonomen Jugend- und Kulturzentrums Bremgarten (KuZeB) an der Zugerstrasse. Der provokative Polit-Protestspruch steht auch im Zusammenhang mit der Bremgarter Wahl.

«Sie haben sich Mühe gegeben»

Aufs Korn genommen wird der zur Wiederwahl stehende Stadtammann Raymond Tellenbach (FDP).

Dem 59-jährigen Stadtoberhaupt wird sein ungeschickter, launig-witzig gemeinter Fasnachtsspruch «Asylanten in der Badi einmauern» während der Narrenzeit 2013 um die Ohren geschlagen. Dass sich Tellenbach für diesen Fauxpas umgehend öffentlich entschuldigte, ist da selbstredend kein Thema.

«Man muss anerkennen, dass sich die KuZeB-Angehörigen Mühe gegeben haben», sagt Tellenbach, «das Spruchband ist Ausdruck der freien Meinungsäusserung, was solls.»

Er selber sei von einigen Städtchenbewohnern ermuntert worden, ebenfalls ein Spruchband aufzuhängen mit der Forderung: «Mauert das KuZeB zu». Selbstverständlich werde er eine derartige Aktion tunlichst unterlassen.

Vor der Wiederwahl

Raymond Tellenbach, stets gesprächsbereit und alles andere als ein Betonkopf, stand im Sommer im medialen Gewitterregen.

Die gemeinsam mit dem Bund festgelegten sensiblen Zonen im Zusammenhang mit der Eröffnung des Bremgarter Asylbewerberzentrums lösten internationale Schlagzeilen aus.

Die Städtchenbewohner sahen sich Rassimsus-Vorwürfen ausgesetzt und Tellenbach wurde zum Prügelknaben.

Tempi passati, am 22. September findet in Bremgarten die Urnenwahl des Stadtammanns statt. Zittern um die Wiederwahl muss Raymond Tellenbach, der seit knapp vier Jahren die Stadtregierung leitet, keineswegs.

Zum einen hat er keinen direkten Mitkonkurrenten. Zum andern hat Tellenbach das verantwortungsvolle Amt zumeist mit grosser Souveränität und mit Weitblick ausgeübt.