Der Wohler CVP-Grossrat und Einwohnerrat Harry Lütolf hat sich im Dezember 2017 ziemlich über den Kanton genervt. Das nach einer Antwort auf seine Interpellation zum Thema Strassensanierungen. Lütolf hatte vom Kanton – unter anderem – wissen wollen, nach welchen Kriterien hier die Prioritäten gesetzt werden. Das vor allem auch bezogen auf die geplante Aufwertung der Wohler Zentralstrasse. Sie ist seit Jahren ein Thema und schien auch auf einem guten Weg zu sein.

Bis vor einem Jahr das Departement Bau, Verkehr und Umwelt der Gemeinde Wohlen mitteilte, das Projekt habe nicht erste Priorität. Es werde dann schon angepackt, vielleicht so ab dem Jahr 2025. Lütolf sah nach dieser Ankündigung die versprochenen Bundesbeiträge aus dem Agglomerationsprogramm davon schwimmen, weil dieses auf 2025 befristet ist.
Grundsätzlich sei es so, dass der Kanton bei Strassensanierungen allein über den Zeitpunkt entscheide. Man richte sich dabei primär nach dem erkannten Sanierungsbedarf. Es sei denn, die Gemeinden kämen bei vorgezogenen Projekten für die allfälligen Mehrkosten auf, antwortete der Kanton auf Lütolfs Fragen.

Der gab Saures: «Macht es wirklich Sinn, Strassen stur nach Plan zu sanieren, statt Projekte umzusetzen, die für eine Gemeinde prägend sind?» fragte er und erklärte weiter, der Kanton blende völlig aus, dass er selber dem Projekt in Wohlen eine hohe Priorität beigemessen habe. Das im Rahmen des Agglomerationsprogramms Aargau-Ost 1. Generation, wo genau dieses Projekt auf der vom Regierungsrat genehmigten Liste stehe. Er bleibe am Thema dran, versprach Lütolf.

Baudirektor kompromissbereit

Jetzt hat Baudirektor Stephan Attiger Harry Lütolf geschrieben und ist dabei noch etwas näher auf die Gründe eingegangen, warum die Zentralstrasse in der kantonalen Prioritätenliste nach hinten gerückt ist. Es hat auch damit zu tun, dass mit der Sanierung der Nutzenbachstrasse sowie der Freiämterstrasse in Wohlen noch weitere wichtige Projekte anstehen. Die Nutzenbachstrasse sei dabei ganz klar das dringendste.

Danach sei an sich die Freiämterstrasse dran, weil hier der Sanierungsbedarf grösser sei als bei der Zentralstrasse. Man sei, erklärte Attiger weiter, jedoch kompromissbereit: «Seitens des BVU spricht nichts dagegen, das Genehmigungsverfahren für die Zentralstrasse zeitlich vorzuziehen. Dies ermöglicht später, je nach Stand der jeweiligen Verfahren, die baureifen Projekte allenfalls untereinander zu tauschen», schreibt Attiger. Und er kündige auch an, die Abteilung Tiefbau werde die weitere Projektierung der Zentralstrasse im laufenden Jahr an die Hand nehmen.

Lütolf sieht sich in seinem Vorgehen bestätigt: «Das heisst jetzt nicht, dass die Zentralstrasse nächsten Monat saniert wird. Aber es heisst, dass sich der Kanton zumindest damit befasst und das Projekt nicht weiter auf Eis legt.» Damit, sagte Lütolf, sei zumindest ein kleiner Teilerfolg erreicht.