Sarmenstorf
Teil des Römervilla-Daches wird saniert – Spenden nötig für anderen Teil

Historische Vereinigung Seetal investiert 50 000 Franken in die Sanierung des morschen Daches des römischen Bades der Römervilla. Um das ganze Dach sanieren zu können, sucht die Vereinigung noch spenden.

Toni Widmer
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Die ersten morschen Holzstützen sind bereits ausgetauscht worden, weitere werden in den nächsten Tagen folgen. Toni Widmer

Die ersten morschen Holzstützen sind bereits ausgetauscht worden, weitere werden in den nächsten Tagen folgen. Toni Widmer

Das, was im Sarmenstorfer Waldgebiet Murimooshau, direkt am Freiämterweg, besichtigt werden kann, ist lediglich das Bad einer einst umfangreichen Villenanlage. Im Volksmund werden die in den 50er-Jahren freigelegten Mauerreste aber einfach mit «Römervilla» bezeichnet.

Das römische Bad, um bei der korrekten Bezeichnung zu bleiben, bekommt jetzt ein neues Dach. Das Projekt an die Hand genommen hat die Historische Vereinigung Seetal und Umgebung. Die Reparaturkosten belaufen sich gesamthaft auf rund 50'000 Franken. Die ersten Arbeiten sind in den letzten Wochen in Angriff genommen worden. Weil die Vereinigung die Gesamtkosten nicht auf einmal zu tragen vermag, wurde die anstehende Sanierung nach Dringlichkeit aufgeteilt. Nicht mehr aufschieben lassen haben sich die Zimmerarbeiten an den angefaulten und zum Teil morschen Pfosten, Pfetten und Sparren, welche die Dachkonstruktion tragen. Dafür wird laut HV Seetal mit Investitionen von 17'000 bis 18'000 Franken gerechnet.

Die Vereinigung hofft schon jetzt auf Spenden, weil sie den Gesamtbetrag für die Reparaturen nicht selber aufbringen kann. Zwar beteiligt sich auch die Denkmalpflege an den Kosten, den Löwenanteil bleibt jedoch der HV Seetal und ein allfälliger Beitrag der Denkmalpflege wird ohnehin erst im nächsten Jahr ausbezahlt.

Hoffnung edle Spender

Die Sanierung des gesamten Daches mit Kosten von weiteren rund 30'000 Franken wird aufgeschoben, bis das Geld bereitsteht. Man hofft auf Gönner ebenso wie auf einen Zustupf der Gemeinde Sarmenstorf und die Hilfe der Denkmalpflege.

Das Hauptgebäude des ehemaligen römischen Gutshofes in Sarmenstorf war nach Rekonstruktion der Archäologen 58 × 21 Meter gross und nach Westen orientiert. So bot sich den Bewohnern eine herrliche Rundsicht auf den Jura, das Mittelland und die Alpen. Dem Wohntrakt vorgelagert befand sich eine 3,7 Meter breite Säulenhalle. Über die gesamte Ausdehnung des ehemaligen Gutshofes, inklusive aller Nebengebäude, lässt sich keine Aussage machen. Zum einen wurden längst nicht alle Überreste überhaupt freigelegt. Zum anderen wurde die Gutshof-Ruine über Jahrzehnte hinweg als Steinbruch für den Bau von Waldstrassen missbraucht.

Erst 1927 freigelegt

Zwar war bereits 1830 eine erste Ausgrabung geplant, aber nie ausgeführt worden. Offenbar haben dann in den 50er-Jahren des 19. Jahrhunderts Pfarrherren die Mauern von einigen Gebäuden freigelegt. Es war schliesslich die Historische Vereinigung Seetal, die 1927 an eine richtige Ausgrabung heranging. Die meisten Überreste wurden damals zwar untersucht und vermessen, danach aber wieder zugeschüttet. Was offenblieb, ist der grosszügige Badetrakt, der dank einer speziellen römischen Technik sogar über eine Bodenheizung verfügt. Dieser Badetrakt wurde dann auch mit einem Schutzdach versehen.

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