Berikon

Team aus Berikon nimmt an der Drohnen-WM in China teil – Der Hauptgewinn: 125'000 Franken

Die leistungsstarken Drohnen befinden sich einige Sekunden nach dem Startpfiff bereits in der Luft und visieren das erste Tor an. Beim Drone Racing handelt es sich übrigens um eine Motorsportart. «Gucklochfahrer» riskieren einen Führerscheinentzug.

Die leistungsstarken Drohnen befinden sich einige Sekunden nach dem Startpfiff bereits in der Luft und visieren das erste Tor an. Beim Drone Racing handelt es sich übrigens um eine Motorsportart. «Gucklochfahrer» riskieren einen Führerscheinentzug.

In der chinesischen Stadt Shenzhen fliegt das Team des Berikers Raphael Ostermeier mit Drohnen um den Titel des Weltmeisters.

Heute geht es für Raphael Ostermeier aus Berikon und sein Swiss World ­Drone Racing Team (WDRC) wieder zurück in die Schweiz. Während fünf Tagen traten sie im chinesischen Shen­zhen gegen Piloten aus der ganzen Welt an, um den Weltmeistertitel im Drone-Racing zu holen.

Drone-Racing, der Sport, in dem Drohnenpiloten gegeneinander fliegen, gehört noch nicht allzu lange zu den wettbewerbsfähigen Sportarten. Zu Beginn testeten Hobby-Piloten in kleinen Wettbewerben ohne Preisgelder ihr Können. Der Spass stand im Vordergrund.

Damit Geld zu verdienen, war undenkbar. Teamcaptain Raphael Ostermeier erzählt: «Wir hätten uns nie träumen lassen, dass es irgendwann eine Weltmeisterschaft geben und wir deswegen die Welt bereisen würden.» Mittlerweile ist der Sport aber immer beliebter – die Zuschauer verfolgen die Rennen vor allem vor den Bildschirmen.

Bereits zum vierten Mal finden Weltmeisterschaften statt, dieses Jahr erneut in China. Der Hauptgewinn: 125'000 Franken.

Lange Vorbereitungszeit und Erfahrung für den Wettkampf

Um dieses Preisgeld kämpfte auch Trainer Raphael Ostermeier mit seinem Team, das sich aus den Piloten ­Timothy Trowbridge, Michael Isler, ­Yanick Glauser und Marvin Schäpper zusammensetzt. Schon vor der Weltmeisterschaft konnten die Piloten Erfolge verbuchen.

Trainiert haben die vier einerseits während der verschiedenen Turniere und Ligarennen in der Schweiz, aber auch mit selbstaufgestellten Hindernissen. Nicht nur das Fliegen, sondern auch der richtige Umgang mit den Drohnen muss gelernt sein. Die Teile der Drohne werden alle einzeln gekauft und selbst zusammengelötet.

Sowohl die Software als auch die Fernbedienung lassen sich nach Belieben konfigurieren. Manche Piloten wie Michael Isler stellen ihre Teile sogar komplett selbst her. Für seine Drohne hat er die Bauteile selbst gezeichnet und gefräst.

«Es handelt sich mittlerweile um Profisportler»

Vergangenen Mittwoch hatten die Schweizer Piloten ihre ersten Testläufe und konnten ihre Konkurrenz beobachten. Yanick Glauser schätzte die Chancen seines Teams gut ein: «Unser Ziel ist definitiv das obere Mittelfeld.»

Auch Teamcaptain Ostermeier war optimistisch: «Wir sind ein starkes Team und können es sicher ins obere Drittel schaffen.» Klar war aber auch, dass die asiatischen Piloten nicht zu unterschätzen sein würden. «Das Niveau steigt stetig, auch bei den jüngeren Piloten», so Ostermeier. «Es handelt sich mittlerweile um Profisportler, die teilweise ihre gesamte Freizeit ins Drone-Racing investieren.»

Nun ist der Nervenkitzel fürs Team vorbei und die Ergebnisse wurden veröffentlicht. Die Trainingseinheiten und die Vorbereitungszeit haben sich für die Piloten gelohnt.

13. Platz. in der Teamwertung

In der Team- und Einzelwertung konnten die Schweizer unter Freiämter Führung gute Resultate erzielen. «Mit unserer Leistung dürfen wir zufrieden sein», sagt Ostermeier.

In der Teamwertung schafften sie es von insgesamt 31 Teams auf den 13. Platz. Dem erfolgreichsten Piloten unter den Schweizern, Timothy Trowbridge, gelang es, von 111 Teilnehmern den 41. Platz zu ergattern. Auch das restliche Team ist nur knapp hinter ihm.

Michael Isler landete auf dem 44. Platz, Yanick Glauser auf dem 49. Platz und Marvin Schäpper auf dem 59. Platz. Um unter die besten 30 Prozent zu kommen, hat es aber in beiden Sparten knapp nicht gereicht.

Gewinnen ist für den Freiämter Captain nicht alles, was zählt

Für den Captain und die Piloten ist das aber noch lange kein Weltuntergang. Ihnen geht es beim Sport immer noch hauptsächlich um den Spass und die neuen Bekanntschaften, die sie dabei schliessen.

Ostermeier sagt: «Der Teamgeist war einfach nur spitze, und jeder setzte sich für den anderen ein. Im Vergleich zum letzten Jahr war das Niveau aber extrem hoch. Man merkt, wie die Schere zwischen den Vollzeitpiloten und den berufstätigen Drone Racern immer grösser wird.»

Ein weiterer Aspekt sei die Konzentration während des Fluges. Ein Testflug sei nicht mit einer Weltmeisterschaft zu vergleichen und die Piloten müssten auch unter viel Druck ihre Nerven behalten können. Ostermeier erklärt: «Vor hunderten Menschen zu fliegen oder vor einem Millionenpublikum, das online zuschaut, ist selbstverständlich auch nochmals ein riesiger Unterschied.»

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