Der Murianer Schauspieler, der den Thurgauer Kommissar Matteo Lüthi gibt, war für die Vorpremiere extra von Wien angereist. Er erzählte aus seinem Leben und über die Dreharbeiten auf dem Bodensee. Schauspieler sei er geworden, «weil alles andere vorher nicht ging.»

«Nichts eingefallen»

Eigentlich wollte Koch Schriftsteller werden. Er lebte in Paris und hatte «alles, was man braucht»: Einen Anzug, Zigaretten, eine Olivetti-Schreibmaschine. «Nur ist mir nichts eingefallen.» Immerhin habe er die Rolle des Schriftstellers gut gespielt. Zuerst studierte der 54-Jährige an der Universität Zürich Psychologie und Ethnologie, bevor er sich in Zürich und Paris zum Schauspieler ausbilden liess. Seit 1999 ist er zur Hauptsache am Wiener Burgtheater tätig, ausserdem steht er seit über zehn Jahren regelmässig für Fernsehproduktionen vor der Kamera.

Die Anfrage vom deutschen Fernsehen – «das Schweizer Fernsehen hat mich noch nie angefragt, die haben wohl meine Telefonnummer nicht» – hat Koch sehr gefreut. In Deutschland gebe es so etwas wie die Königsklasse in verschiedenen Bereichen. In Sachen Krimi ist das seit rund 40 Jahren der «Tatort». Und zum «Tatort»-Dienst werde man als Schauspieler berufen, beantwortete er die entsprechende Frage von Reto Holzgang, Präsident des Filmklubs Muri.

Feuer immer noch da

Mit Eva Mattes, welche die deutsche Kommissarin Klara Blum spielt, kommt Koch privat wesentlich besser zurecht als im Film. «Wir kennen uns schon vom Theater und es ist sehr schön, mit ihr zu spielen.» Auch sei es überhaupt kein Problem gewesen, als Neuer ins Team zu kommen. «Wir sind Profis, und wir werden für professionelle Arbeit bezahlt.» Diese Arbeit fasziniert Koch genauso wie vor 30 Jahren: «Ich gehe jeden Tag gerne zur Probe, die Auseinandersetzung mit den Menschen, mit den Stücken und den Autoren gefällt mir nach wie vor sehr. Das Feuer, das ich als 23-Jähriger gespürt habe, ist mir nicht abhandengekommen.»

Die alten Trampelpfade

Eher kleiner geworden ist zwangsläufig der Bezug zu Muri. Ein paar Mal im Jahr besucht Koch seine Eltern. «Wenn ich in Muri bin, mache ich immer die gleichen, alten Trampelpfade.» Das Dorf sei ein «Vorort von Zürich» geworden, in dem man «bei der Klosterkirche auf die Autobahn auffahren» könne, meinte er mit einem Augenzwinkern. Wenn er hier ist, geniesst er lieber die Natur, macht sich auf zum Aspiweiher und bedauert, dass es die Bratwurst, die es früher im «Strebel» in Geltwil gab, nicht mehr gibt. Und es freut ihn, wenn er alte Wegbegleiter trifft. «Da ist sofort der gleiche Humor wieder da.» Solche und neue Begegnungen konnte Koch nach der Aufführung im Kino Mansarde geniessen.