Pünktlich auf die Minute schaute am Samstagvormittag die Sonne durch den grauen Nebel hervor. «Ich habe sie für elf Uhr bestellt», bekannte Markus Wey, Präsident der Elektrizitätsgenossenschaft, lachend, während er sein provisorisches Rednerpult an der neuen E-Ladestation erklomm. Grund zur Freude hatte die Elektrizitätsgenossenschaft Hermetschwil-Staffeln (EHS) allemal, zwei von drei zukunftsweisenden Projekten konnten offiziell eingeweiht werden.

Während die neue E-Tankstelle noch festlich verpackt mit grosser Schleife auf ihren ersten Einsatz warten musste, hat sich die Photovoltaikanlage schon eine Weile bewährt. Beides sind Teilprojekte des 2017 gestarteten Vorhabens «EHS Energiezukunft 2050».

Anlage leistet mehr als erwartet

Wey erklärte: «Wir sind stolz und wollen das Erreichte gern an diesem Erlebnistag mit der Bevölkerung feiern.» Die Genossenschaft wolle mit Taten statt Worten gegen den Klimawandel wirken, die Photovoltaikanlage sowie die E-Ladestation seien zukunftsweisend. Der Stadt Bremgarten und der Bevölkerung komme Dank zu, da sie das Vorhaben unterstützten.

Der Bremgarter Stadtrat Daniel Sommerhalder (links) und Markus Wey, Präsident der Elektrizitätsgenossenschaft, enthüllen die Ladestation.

Der Bremgarter Stadtrat Daniel Sommerhalder (links) und Markus Wey, Präsident der Elektrizitätsgenossenschaft, enthüllen die Ladestation.

«Die Anlage wurde bereits vor einem Jahr auf dem Dach des ehemaligen Gemeindehauses installiert und leistet mehr als erwartet», so der Präsident. Die Photovoltaikanlage habe auf einer Fläche von 420 Quadratmetern eine Leistung von 75 Kilowatt peak (kWp). Diese Einheit bestimmt die Leistung unter genormten Bedingungen. «Jetzt gerade, wo die Sonne durchkommt, leistet sie 28 Kilowatt, der Dorfladen im Gebäude benötigt 20 Kilowatt, der Rest geht ins Netz.»

So wird die Karte nicht nass

Die Fertigstellung der neuen E-Tankstelle zog einen grossen Teil der Bevölkerung zum Platz vor dem Dorfladen. Feierlich enthüllten Markus Wey und der Bremgarter Stadtrat Daniel Sommerhalder die neue Ladestation. Der EHS-Präsident betonte: «Dieses hier ist eine Schnell-Ladestation, die hat ein paar Kilowatt mehr als andere zur Verfügung.»

Die E-Tankstelle mit zwei Stellplätzen könne 50 Kilowatt leisten und verfüge über Gleich- und Wechselstrom. Für Wechselstrom seien die zwei Steckertypen CCS und ChaDeMo vorhanden. Die Kilowattstunde kostet 30 Rappen, die Bezahlmöglichkeiten seien beispielsweise Kreditkarte und die App «EV Pass».

Als Erster durfte der Stadtrat ein Demonstrationsfahrzeug betanken. «Eine halbe Stunde Auftanken ergibt ungefähr eine Reichweite von 150 Kilometern, je nach Fahrzeugtyp», so die Organisatoren. «Die Zeit kann man gut zur Entschleunigung nutzen», befand Sommerhalder, «da bietet sich der Dorfladen hervorragend an, um einen Kaffee zu trinken.»

Ausser diesen beiden Projekten, plant die Elektrizitätsgenossenschaft noch ein Car-Sharing Angebot mit einem Elektro-Auto. «Das wird vermutlich in den nächsten zwei Jahren umgesetzt», berichtete Wey. Die Kosten für die drei Teilprojekte belaufen sich auf 345 000 Franken. Erfreut sei er, dass diese Ladestation auf seine Anregung hin ein kleines Glasdach bekommen habe: «So wird bei Regen die Karte zum Bezahlen nicht nass.»