Birri
Tanja Stöcklin wurde per Zufall zum Model

Die Freiämterin Tanja Stöcklin arbeitete an der Brighton Fahsion Week als Assistentin. Als ein Model ausfiel, musste sie spontan einspringen. Seither modelt sie - und ist dennoch am Boden geblieben.

Andrea Weibel
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Tanja Stöcklin arbeitet als Model in England
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Tanja Stöcklin mit ihrem Freund Dominic und zwei anderen Models
Tanja Stöcklin
Tanja Stöcklin aus Birri wohnt mit ihrem Freund Dominic in Brighton
Tanja Stöcklin aus Birri wohnt mit ihrem Freund Dominic in Brighton
Tanja Stöcklin auf der Bühne mit ihrem Freund Dominic
Tanja Stöcklin auf der Bühne mit ihrem Freund Dominic

Tanja Stöcklin arbeitet als Model in England

Zur Verfügung gestellt

«Ich wusste nach der Kanti nicht recht, was ich studieren sollte, also wollte ich mir eine Wohnung in London suchen, um erst einmal Englisch zu lernen», erzählt die 22-jährige Tanja Stöcklin. «Jemand sagte, ich solle stattdessen in Brighton suchen, das würde zu mir passen. Dort fand ich tatsächlich eine Wohnung und reiste auf gut Glück ab.»

Zwei Monate wäre sie mit ihrem Gesparten durchgekommen, doch schon nach zwei Wochen fand sie eine Anstellung im Modehaus Zara als Verkäuferin. «Ich wollte nach etwa neun Monaten zurück in die Schweiz. Doch es war typisch, ich verliebte mich und bin geblieben», lacht die sympathische junge Frau schulterzuckend.

Es lief gut im Beruf

Nicht nur in der Liebe, sondern auch im Beruf lief es für die kreative Freiämterin sehr gut: «Bei Zara wurde ich bald zum ‹Visual Merchandiser› befördert, das heisst, ich durfte die ausgestellten Outfits an den Wänden zusammenstellen. Das gefiel mir, denn als Verkäuferin arbeitete ich lediglich, um Geld zu verdienen. So blieb ich 2,5 Jahre.» Nebenbei absolvierte Stöcklin während zweier Jahre den gestalterischen Vorkurs.

Ausserdem bewarb sie sich als Assistentin bei der Brighton Fashion Week. «Da muss man den Models Klebestreifen an die Schuhe kleben und so weiter», beschreibt sie lachend. Doch dann geschah etwas, dass sich die damals 19-Jährige nicht im Traum hätte vorstellen können: «An einem Shooting, bei dem ich helfen sollte, tauchte ein Model nicht auf. Da fand jemand, ich könnte doch für sie einspringen. Ich hatte so etwas noch nie gemacht und wehrte mich. Doch am Ende sass ich dennoch auf dem Stuhl des Stylisten.» Das war der Beginn ihrer Model-Karriere.

Den Job gab sie nicht auf

Seither modelt Stöcklin im Durchschnitt alle zwei Wochen, spaziert über den Laufsteg oder posiert für Fotos. «Ich habe der Modelagentur aber von Anfang an gesagt, dass ich nicht wie ein laufender Kleiderbügel aussehen will – dafür esse ich viel zu gerne», macht sie deutlich. Auch ihren Job und die Schule gab sie nicht fürs Modeln auf. «Wer richtig gross rauskommen will, muss zu jedem Casting gehen und nichts anderes mehr machen. Aber ich bin realistisch: Die wenigsten schaffen es. Und irgendwann kommt die Zeit, da einen niemand mehr auf einem Foto sehen will. Da mache ich lieber eine gute Ausbildung und modle nebenbei.» Dass sie Ahnung von Mode und unterdessen sehr gute Englischkenntnisse hat, beweist sie in ihrem Brighton-Fashion-Week-Blog.

Nach dem Vorkurs wollte Tanja Stöcklin in London Modedesign studieren. «Doch, als ich mich an der Schule vorstellte, waren die Leute so unerträglich arrogant, dass ich meine Anmeldung zurückzog.» Seither verfolgt sie ihren ursprünglichen Plan: «Ich wollte immer Tiermedizin studieren. Dafür komme ich im Winter zurück in die Schweiz.» Ihr Freund Dominic (24), Musiker aus London, begleitet sie in ihre Heimat.