Bremgarten
Tagesstrukturen werden vollumfänglich beibehalten

Gemeindeversammlung spricht sich gegen verkürzte Tagesstrukturen und für den bisherigen Steuerfuss von 97% aus. Die Erhöhung auf 102 Prozent kam bei den Bürgern weniger gut an.

Lukas Schumacher
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Das Tagesstrukturprogramm im Kornhaus, hier Betreuerin Jeannette Kretz, erfährt keine Abstriche.

Das Tagesstrukturprogramm im Kornhaus, hier Betreuerin Jeannette Kretz, erfährt keine Abstriche.

archiv/sl

Entgegen dem Vorschlag des Stadtrats werden die Tagesstrukturen in Bremgarten nicht verkürzt. Die Gemeindeversammlung hat einen Antrag von SP und «Läbigs Bremgarte» genehmigt, wonach die Tagesstrukturen im bisherigen Umfang weitergeführt werden.

Bei 72 zu 56 Stimmen

72 Stimmberechtigte sprachen sich fürs bestehende Modell der Tagesstrukturen aus. 56 wollten das Tagesstrukturprogramm ein wenig schmälern und die jährlichen Kosten der Stadt um 20000 Franken auf 73000 Franken reduzieren. In der Schlussabstimmung passierten die unveränderten Tagesstrukturen mit 86 Ja gegen 25 Nein. Den erfolgreichen Antrag zum vollumfänglichen Weiterbetrieb hatte Matthias Kuoni im Namen von SP/ «Läbigs Bremgarte» formuliert.

Durch den Versammlungsbeschluss bleibt bis Mitte 2016 alles beim Alten: familienergänzendes Tagesstrukturangebot samt Mittagstisch von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 18 Uhr, Tagesstrukturangebot auch an sechs Schulferienwochen, Kostenbeteiligung der Eltern in sechs Preistarifen je nach Einkommen und maximaler jährlicher Defizitbeitrag der Stadt von 92000 Franken. In der Diskussion wurde mehrfach betont, dass das Kornhaus in der Unterstadt nur bedingt als Tagesstruktur-Stätte taugt, weil es nicht in Schulhausnähe liegt. Eine neue räumliche Lösung müsse her.

Steuerfuss-Erhöhung abgelehnt

Die Gemeindeversammlung – anwesend waren 129 der 4133 Stimmberechtigten – verlief lebhaft. Versammlungsteilnehmer brachten mehrere Anträge ein. So schlug Matthias Stäuble vor, den Steuerfuss um 5 Prozentpunkte auf neu 102% anzuheben. Veranlasst dazu sah sich Stäuble durch das defizitäre Bremgarter Gemeindebudget 2013; in der laufenden Rechnung 2013 wird ein Minus von rund 300000 Franken erwartet, in der Gesamtrechnung 2013 samt Investitionen gar ein Minus von 1,3 Mio. Franken. Die Versammlung lehnte die Steuererhöhung mit 64 Nein gegen 46 Ja ab. In der Schlussabstimmung fand das Budget 2013 mit dem unveränderten Steuerfuss von 97 % deutlich Zustimmung.

Bremgarten geht auf Wassersuche

Im Waldgebiet zwischen Bremgarten und Waltenschwil wird in den nächsten Wochen und Monaten professionell nach Wasser gesucht. Die Versammlung genehmigte einstimmig 540000 Franken für Probebohrungen und weitere hydrologische Abklärungen. «Im Moment haben wir zwar genügend Wasser», erläuterte Stadtrat Stefan Achermann, «aber in wenigen Jahren könnte es knapp werden.»

Erschlossen werden soll Grundwasser, das sich unterhalb des schon heute genutzten Grundwasserstockwerks befindet. Falls die Probebohrungen und Tests erfolgreich verlaufen, wird ein neues Pumpwerk zu Kosten von rund 3 Mio. Franken gebaut. An den Bohrungen und Tests beteiligt sich die Gemeinde Waltenschwil mit 132000 Franken und der Kanton mit 77000 Franken. Die restlichen Kosten im Betrag von 331000 Franken trägt Bremgarten.

6 Einbürgerungen und Sanierung

Im Weiteren hiess die Versammlung sechs Einbürgerungsgesuche sehr deutlich gut. Unbestritten war auch ein Sanierungsprojekt im Betrag von 200000 Franken, das dem Kindergartengebäude Kapuzinerhügel gilt. Instand gestellt werden muss insbesondere die Gebäudehülle des Kindergartens. Die Arbeiten werden in den Schulsommerferien 2013 ausgeführt.

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