Tägerig
Tägerig: Bands rockten am Open Air mit dem Motto «Bezahl so viel du willst»

Die Jugendkommission Tägerig organisierte schon zum dritten Mal ein Open Air. Dieses Mal mit neuem Konzept. Und es funktionierte. Die Organisatoren lockten mit dem Motto «Bezahl so viel du willst» viele Besucher an das Rockfest in Tägerig.

Dominique Bitschnau
Merken
Drucken
Teilen
Open Air Tägerig
5 Bilder
Sänger Wet Moss
Wet Moss
Openair Tägerig

Open Air Tägerig

AZ

«Unser neues Konzept funktioniert», sagte Organisator Michael Rimann zufrieden.

Die Jugendkommission, die nun schon zum dritten Mal ein Open Air auf die Beine stellt, setzte dieses Jahr auf Qualität statt Quantität. Anstatt eines offenen Lastwagens als Bühne wie vor sieben Jahren stand eine Holzbühne auf der Wiese neben dem Schützenhaus.

«Eine so grosse Bühne ist Luxus für die Bands», so Michael Rimann. Dafür fand das Ganze in einem kleineren Rahmen statt. «Wir haben in den letzten Jahren zu gross aufgegleist.»

Neu standen die Zuschauer auf dem Schützenplatz, wobei sie durch einen renaturierten Bach von der Bühne getrennt wurden. Ganz nebenbei sorgte dies auch noch für ein schönes Ambiente.

Jung und Alt besuchte das Open Air beim Schützenhaus. Am Nachmittag hörten vor allem Familien den Nachwuchsbands zu. Am Abend genossen Junge und Junggebliebene die feine Rockmusik der drei professionellen Rockbands. Rund 200 bis 300 Leute kamen in den Genuss der gemütlichen Festwirtschaft, der Bar und bester Musik.

Freude, Musik zu machen

Ganz speziell war dieses Jahr auch, dass der Eintrittspreis freiwillig war. Das Motto war «Bezahl so viel du willst», damit auch viele Junge die Möglichkeit hatten, das Fest zu besuchen.

«Die Begegnung und das Beisammensein soll im Zentrum stehen. Wir wollen ein Gegenstück zum allgemeinen Kommerz sein», sagte Präsidentin Sybille Bader, die ihr Amt schon seit 12 Jahren ausübt.

Der freie Eintritt hatte zur Folge, dass die Bands keine grossen Gagen erwarten konnten. Ausser kleinen Anforderungen wie eine Windmaschine für den Gitarristen von «Cristal Minds» und eine Flasche Whiskey für die Band «Dirty Cowboys» spielten sie unentgeltlich.

Die Freude an der Musik war ihnen jedoch anzusehen. Die Band «Crystal Minds» spielte vor allem Rock und Indie, die Musiker von «Wet Moss» aus Baden begeisterten mit ihren neuartigen Klängen aus dem Psychedelic Rock. Das Schlusslicht bildeten Schauspielstudenten «Dirty Cowboys». Mit ihren lustigen und klangvollen Liedern regten sie die Zuschauer zum Tanzen an.

Noteingriff vor Konzertbeginn

Hinter so einem Anlass steckt natürlich auch viel Aufwand. Die Jugendkommission, die aus zwölf Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 30 Jahren besteht, hat ganze Arbeit geleistet.

Ob dies nun beim Grillieren, dem Ausschenken an der Bar oder beim Aufbauen der Bühne war, jeder packte mit an. «Wir haben die Bühne schon einen Tag vorher aufgebaut und auch viel Zeit in die Technik investiert», sagte der 22-jährige Michael Rimann.

Dabei musste kurz vor Konzertbeginn noch ein Noteingriff bei der Bühne gemacht werden. Die Blache, die als Wand fungierte, musste wegen des starken Windes entfernt werden.

Die jungen Organisatoren mussten improvisieren und die Blache kurzerhand mit einem Sackmesser entfernen. «Das Schwerste war jedoch die Koordination der Bands», verriet Rimann.

Jede Band brauchte nämlich eigene spezielle Einstellungen in der Technik. Dank guter Zusammenarbeit lief jedoch alles wie geplant und genau so, wie es sich die Jugendkommission vorgestellt hatte.

Michael Rimann sagte: «Obwohl wir nicht ein riesiges Open Air sind, liegt es uns am Herzen, die Zuhörer zufriedenzustellen.»

Wie an den fröhlichen Gesichtern der Zuschauer abzulesen war, ist ihnen dies mit Sicherheit gelungen.