Dietwil
Tag der offenen Tür: Wie man bei der Deponie Babilon arbeitet

Die Deponie für sauberes Aushubmaterial wurde bei einem Rundgang der Öffentlichkeit präsentiert.

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Einmal selber baggern: Auf dem Rundgang durch die neue Aushubdeponie Babilon in Dietwil war sogar das möglich.

Einmal selber baggern: Auf dem Rundgang durch die neue Aushubdeponie Babilon in Dietwil war sogar das möglich.

Eddy Schambron

Man konnte sogar baggern: Am Tag der offenen Tür in der Deponie für sauberes Aushubmaterial Babilon in Dietwil zeigte die Deponie Freiamt AG auf, wie das Aushubmaterial abgelagert wird und was bis in ungefähr zehn Jahren daraus entstehen wird. Bis zur Inbetriebnahme der Deponie hat die Betreibergesellschaft rund zwei Millionen Franken investiert.

Da wird nicht einfach Erde in eine riesige Mulde gekippt, wie Betriebsleiter Toni Leu ausführte. Der Boden wird sorgfältig aufgebaut, damit er nach der Ablagerung des Aushubmaterials wieder gut durchwurzelt und vollumfänglich nutzbar gemacht wird. Der Deponie Freiamt AG als Betreiberin der Aushubdeponie stehen rund 16 Hektaren von fünf Grundeigentümern zur Verfügung, auf denen sie rund 1,4 Mio. Kubikmeter sauberes Aushubmaterial ablagern können.

Doch zuvor musste die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. So werden Drainageleitungen verlegt und eine Waschanlage sorgt dafür, dass die Lastwagen mit sauberen Pneus wieder auf die Strasse gelangen. Das angelieferte Material wird mehrfach kontrolliert. «Wir wissen, von welcher Baustelle das Aushubmaterial kommt und verlangen von jedem Lieferanten eine Aushubdeklaration», betonte Leu. «Zuletzt macht der Maschinist, der das Material an Ort und Stelle einbringt, noch eine visuelle Kontrolle.»

Ökologische Aufwertung

Am Schluss wird dort, wo jetzt noch eine Mulde im Gelände ist, eine leichte Erhebung sein, allerdings wertvoller als bisher. «Die Fruchtfolgeflächen bleiben nicht nur erhalten, sondern werden aufgewertet», stellte Gemeindeammann Pius Wiss vor den interessierten Gästen fest. Mit der Gestaltung einer mageren Mähwiese oberhalb des Knodenbachs wird eine Forderung des Naturschutzes erfüllt. Zudem wird der Knodenbach teilweise offengelegt; insgesamt 15 Prozent der Fläche werden als ökologischer Ausgleich oder für den Naturschutz eingesetzt. «Ohne diese ökologische Aufwertung wäre dieses Projekt nie bewilligt worden», unterstrich Wiss weiter.

Auch die Gemeinde selber profitiert direkt von der Anlage: Die Deponie Freiamt AG zahlt pro Kubikmeter aufgefüllten Aushubmaterials eine Deponiegebühr. Diese Entschädigung steht der Einwohnergemeinde als Standortgemeinde und den jeweiligen Grundeigentümern zu. Die Einwohnergemeinde kann gesamthaft mit einem Ertrag von rund 3,4 Mio. Franken rechnen. Bei einer Betriebsdauer von acht Jahren ergibt dies einen Betrag von rund 420 000 Franken jährlich.

Selbstverständlich bringt das Auffüllen der Deponie Verkehr, konkret rund sieben Lastwagen pro Stunde. Für die Zu- und Wegfahrt wurde extra ein Abbieger von der Kantonsstrasse zwischen Dietwil und Oberrüti erstellt. Ist die Deponie aufgefüllt, werden diese Bauten wieder rückgängig gemacht.

Langer Prozess

«Wir fanden es wichtig, dass die Bevölkerung die Deponie einmal in Augenschein nehmen kann und auch Informationen aus erster Hand erhält», sagt Gemeindeammann Pius Wiss. Deshalb wurde der Tag der offenen Tür organisiert. Und er erwähnt die lange Vorgeschichte: 2004 kamen die ersten Ideen für eine solche Deponie auf, so wie sie auch in Beinwil schon zum zweiten Mal realisiert wird. 2010 wurde man mit den Grundeigentümern grundsätzlich einig.

Danach erfolgte der Eintrag in den kantonalen Richtplan und es wurde eine Änderung der Nutzungsplanung notwendig, bevor das entsprechende Baugesuch eingereicht werden konnte. Die Ausschreibung für die Führung der Deponie gewann schliesslich die Deponie Freiamt AG, welche auch die Beinwiler Deponien führt.