Tägerig

Tägliger wählen SVP – ob sie nun wollen oder nicht

Nach den Rücktritten der Gemeinderäte Jürg Walty und Hans Lutz ist die Lage in Tägerig ungewiss. Nachfolger gibt es bisher keine. Archiv/AZ

Nach den Rücktritten der Gemeinderäte Jürg Walty und Hans Lutz ist die Lage in Tägerig ungewiss. Nachfolger gibt es bisher keine. Archiv/AZ

Den rund 1400 Einwohnern von Tägerig fehlen nicht nur motivierte Gemeinderatsanwärter, sondern auch die Alternative zur SVP. Nur Matthias Moser, Beat Nietlisbach und Thomas Widmer von der Volkspartei liessen sich bisher als Kandidaten aufstellen.

Die politische Motivation in den Kleingemeinden rund um Wohlen ist unterschiedlich gross. Tägerig und seinen rund 1400 Einwohnern fehlen momentan nicht nur motivierte Gemeinderatsanwärter, sondern auch die Alternative zur SVP.

Während sich beispielsweise in Büttikon, zirka 1000 Einwohner, vier Kandidaten für die Nachfolge von Marianne Koch Wiedmaier und Stefan Winiger bewerben, suchen die Ortsparteien in Tägerig erfolglos nach geeigneten Personen.

Bis dato sind die frei werdenden Sitze von Jürg Walty und Hans Lutz vakant und es sieht momentan nicht so aus, als ob sich dies noch ändern würde.

Ehemalige beschwören den Spass

Dass die Tägliger keineswegs ein einig Volk von SVP-Wählern sind, haben sie in der Vergangenheit mehrfach bewiesen. Bevor Ex-SVPler Jürg Walty im Jahr 2009 Ammann wurde, zeichneten während je zwei Amtsperioden Charly Suter von der SP und Willi Gloor von der CVP als Gemeindeammann für die Geschicke des Dorfes verantwortlich.

Diese drei Köpfe sind es nun auch, die kurz vor den Wahlen am 22. September das Ruder noch herumreissen wollen: Gemeinsam und ohne Angabe ihrer jeweiligen Partei, laden sie zu einer Infoveranstaltung ins Gemeindehaus ein (Dienstag, 20. August um 20 Uhr). Titel der Veranstaltung: Kann Dorfpolitik Spass machen? Die drei ehemaligen Gemeindepräsidenten geben Auskunft über ihre Erlebnisse.

Gegenüber der Aargauer Zeitung sagte Charly Suter, seine Partei sei seit dem Frühling daran, geeignete Personen für den Gemeinderat zu suchen – ohne Erfolg. Und er zeigt Verständnis für die Zurückhaltung der Bürger: Heute gebe es weniger Möglichkeiten, etwas zu bewegen, und das Freizeitverhalten der Menschen habe sich verändert.

Kritik an der Veranstaltung gibt es vonseiten der SVP. Die anderen Parteien hätten einen Alleingang gestartet, moniert Parteipräsident und Ammann-Anwärter Matthias Moser. Charly Suter betont hingegen, dass die ehemaligen Ammänner die Info-Veranstaltung privat initiiert hätten.

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