«Es handelt sich hier um den grössten Fall unter all den Betäubungsmitteldelikten, die das Bezirksgericht Bremgarten in den letzten 10 Jahren zu beurteilen hatte», stellte Gerichtspräsident Peter Turnherr gestern Donnerstag im Prozess gegen einen 30-jährigen Drogendealer fest.

Vital (Name geändert) hatte sich vom Sommer 2015 bis zu seiner Verhaftung im Juli 2017 rund 15,2 Kilogramm Drogen mit einem sehr hohen Reinheitsgehalt beschafft. Darunter befanden sich Amphetamin, MDMA, Kokain, Marihuana, 500 LSD-Trips, 500 Ecstasy-Tabletten und 250 2C-B-Tabletten.

Der Gesamtwert der Rauschmittel betrug über 86'000 Franken. Aus dem gewerbsmässigen Drogenhandel, den er professionell aufgezogen hatte, machte Vital laut Angaben der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten einen Gewinn von etwa 21'545 Franken.

Viele Leute in Gefahr gebracht

Staatsanwalt Werner Burkart hob in seinem Plädoyer am Prozess gegen den Drogendealer hervor, dass dieser mit seinem Rauschmittelhandel die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen konnte.

Der damals noch süchtige Angeklagte konsumierte selber Drogen und baute zudem ein ausgeklügeltes System im Darknet auf, um möglichst unentdeckt und anonym mit grossen Drogenmengen zu handeln. Dazu hatte er einige Darknet-Shops eingerichtet. Er operierte unter dem Pseudonym «Swissguru».

Weiter fanden die Ermittler heraus, dass der Angeklagte in Deutschland speziell für seine illegalen Drogengeschäfte ein Bitcoin-Konto errichtet hatte, um die Einnahmen und Ausgaben zu verschleiern. Denn seinen gesamten Handel, also den Kauf und Verkauf von Rauschgift, wickelte er ausschliesslich über dieses Konto in der Kryptowährung ab. «Diese Zahlungsart verunmöglichte nachträglich eine Verfolgung der Geldflüsse praktisch vollständig, was ganz im Sinne und Interesse des Beschuldigten war», hielt der Staatsanwalt in seiner Anklageschrift fest. Der bereits wegen Drogen- und Strassenverkehrsdelikten mehrfach vorbestrafte junge Mann machte sich dadurch auch der mehrfachen Geldwäscherei schuldig.

Als Strafmass forderte die Staatsanwaltschaft eine unbedingte Freiheitsstrafe von sieben Jahren, eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu 110 Franken (total 39'600 Franken), eine Busse von 3000 Franken, die Zahlung einer Ersatzforderung von mindestens 21'545 Franken, die Übernahme der Untersuchungskosten und der Anklagegebühr von insgesamt rund 25'170 Franken sowie die Verfahrenskosten.

Einsicht in Fehlverhalten

Auf die Frage von Gerichtspräsident Turnherr, weshalb er das gesetzwidrige Drogengeschäft aufgezogen habe und wie er auf die Idee gekommen sei, antwortete Vital: «Ich hatte massive Schulden und wollte rasch zu Geld kommen. In einer Zeitung hatte ich gelesen, wie man per Mausklick einfach an Drogen gelangt. Inzwischen habe ich längst eingesehen, dass ich den falschen Weg beschritten habe und ich bereue meine Verfehlungen.»

Das Bezirksgericht Bremgarten verurteilte den Angeklagten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 5 Jahren, abzüglich Untersuchungshaft. Die Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu 30 Franken wurde bedingt auf 3 Jahre ausgesprochen. Hinzu kommen 3000 Franken Busse, die Auferlegung der Verfahrenskosten und der Einzug von Vermögenswerten (Bargeld und Bitcoin-Guthaben) des Beschuldigten.