Wohlen

SVP und CVP sind klare Wahlsieger bei den Einwohnerratswahlen

CVP-Mitglieder beim Anstossen; rechts Franz Wille, mit dem absoluten Bestresultat wieder gewählter Einwohnerrat.

CVP-Mitglieder beim Anstossen; rechts Franz Wille, mit dem absoluten Bestresultat wieder gewählter Einwohnerrat.

Im Wohler Einwohnerrat gibt es zwar einige Verschiebungen, dennoch bleibt vieles beim Alten. Die SVP ist klarer Wahlsieger, hat aber dennoch keinen Sitz mehr, weil sie den schon während der laufenden Amtsperiode durch einen Zuzug erhalten hat.

Auf den ersten Blick haben die CVP und die FDP die Wohler Einwohnerratswahlen gewonnen. Beide Parteien haben auf Kosten der Grünen und der SP je einen Sitz zugelegt. Das betrifft allerdings nur die aktuelle Zusammensetzung des Wohler Parlaments. Verglichen mit den Wahlen 2009 gewinnt die SVP mit einem Stimmenanteil von neu 32,6 % deutlich vor der CVP mit 23,5 % und der FDP mit 12,2 %. Die SVP hat dabei gegenüber 2009 um 4,7 % zugelegt, die CVP um 3,1 % und die FDP um 0,8 %. Alle anderen Parteien haben Wähleranteile verloren: die Grünen 2,3 %, die SP 2,2 %, die EVP 1,3 %, der Ortsteil Anglikon 1 % und die Grünliberalen 0,4 %.

Auf dem Podium der Wahlsieger stehen auf der persönlichen Ebene Franz Wille von der CVP mit 1464 Stimmen, gefolgt von Roland Vogt, SVP, mit 1412 und Ariane Gregor, CVP, mit 1404 Stimmen.

Wechsel schon vorgezogen

Die SVP hat nur deshalb keinen zusätzlichen Sitz gewonnen, weil sie diesen mit dem Parteiwechsel von Oliver Degischer (Ex-FDP) schon in der laufenden Amtsperiode erhalten hat. Die FDP hat mit ihrem leichten Zuwachs den Status Quo von 2009 halten können und mit fünf Sitzen wieder gleich viele wie zu Beginn der letzten Legislatur.

SVP-Parteipräsident Roland Vogt, der das beste Wahlresultat der Fraktion gemacht hat, zeigte sich am Wahlabend zufrieden: «Wir haben gegen 2009 zulegen und unseren Überläufersitz behalten können. Viel mehr haben wir kaum erwarten dürfen. Mit 13 Sitzen sind wir nach wie vor die stärkste Fraktion.» Im Rat, glaubt Vogt, werde sich mit der neuen Zusammensetzung nicht viel ändern: «Es ist möglich, dass bei gewissen Sachgeschäften vermehrt bürgerliche Allianzen gebildet werden können.»

CVP-Präsident Roger Waeber lobt den guten Wahlkampf: «Die CVP hat mit einer überzeugenden Liste von einsatzwilligen Frauen und Männern einen sehr engagierten Wahlkampf geführt. Dabei haben wir Themen in den Vordergrund gestellt und nicht die Personen.» Es sei gelungen, damit die Stimmbürger anzusprechen und das erklärte Wahlziel von 10 Sitzen zu erreichen.

Konrad Gfeller, Parteipräsident der FDP, zeigte sich ebenfalls zufrieden: «Unser Ziel war es, den mit dem Parteiwechsel von Oliver Degischer verlorenen Sitz zu verteidigen. Das ist uns gelungen.» Die FDP, erklärte Gfeller, habe einen guten Wahlkampf gemacht und sei dabei auch dem Thema Steuerfuss nicht ausgewichen, was von der Wählerschaft offensichtlich honoriert worden sei.

Glücklich auch Sandra Lehmann, Präsidentin der GLP: «Wir sind erstmals unter dem neuen Namen aufgetreten und konnten im Wahlkampf nicht mehr auf unsere einstigen Zugpferde von ‹Freis Wohle› setzen. Trotzdem haben wir reüssiert und unseren Sitzanteil behalten können.»

Enttäuscht hingegen Arsène Perroud von der SP: «Es war für unsere Partei ein schwieriges Wochenende. Unsere Gegner haben aufgrund der nationalen und kantonalen Abstimmungen tüchtig mobilisiert. Das war sicher kein Vorteil für uns.» Es wäre, sagte Perroud weiter, allerdings billig, den Wahlausgang nur den nationalen und kantonalen Themen in die Schuhe zu schieben. «Wir müssen vielleicht auch lernen, uns und unsere Anliegen besser zu verkaufen.»

Nicht glücklich auch Marianne Keusch von den Grünen: «Mit unserem Wahlverlust liegen wir schweizweit im Trend. Die Anliegen der Grünen sind von anderen Parteien aufgenommen worden und werden von ihnen jetzt plakativ verkauft.» Das allein, sinniert die Parteipräsidentin, könne nicht der Grund für die Niederlage sein. «Vielleicht», sagt sie, sind wir etwas abgehoben und zu weit weg von den Leuten. Es wird Zeit brauchen, diese Wahl zu analysieren und die Lehren zu ziehen.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1