Wohlen

SVP schielt auf den freien Sitz im Gemeinderat

Tobias Breitschmid (38, SVP) entscheidet sich bis Ende Woche.

Tobias Breitschmid (38, SVP) entscheidet sich bis Ende Woche.

Wer wird in Wohlen den vakanten Gemeinderatssitz übernehmen? Tobias Breitschmid (SVP) überlegt sich eine Kandidatur bis Ende Woche – die anderen Parteien sind aber zurückhaltend.

Am 23. August ist Gemeinderat Toni Schürmann überraschend verstorben. Fast auf den Tag genau drei Monate später, am 25. November, findet die notwendige Ersatzwahl statt. «Es gibt bei Todesfällen keine vorgeschriebenen Fristen, wie lange ein Sitz vakant bleiben darf», erklärt Heribert Galli, Leiter des Wohler Wahlbüros. Nach Rücksprache mit dem Kanton sei die Wahl auf den 25. November festgelegt worden. «So ist sichergestellt, dass der Gemeinderat nicht zu lange zu sechst arbeiten muss, auch wenn es einen zweiten Wahlgang geben sollte.» Bis am 12. Oktober haben die Ortsparteien nun Zeit, ihre Kandidaten für den freien Sitz zu melden.

SVP erhebt Anspruch auf den Sitz

Nicht vertreten im Gemeinderat ist bisher die SVP, die mit 12 Einwohnerratsmitgliedern die grösste Frak-tion im Gemeindeparlament stellt. «Wir erheben Anspruch auf den freien Sitz im Gemeinderat», sagt Vorstandsmitglied Peter Tanner. Derzeit würden Gespräche mit möglichen Kandidaten geführt, spruchreif sei aber noch nichts. Recherchen der az zeigen: Angefragt wurde Tobias Breitschmid. Der 38-jährige Finanzfachmann, beruflich als CFO bei der Tormax AG tätig und seit drei Jahren im Einwohnerrat, will sich eine Kandidatur bis Ende Woche überlegen.

«Ich kann heute weder Ja noch Nein sagen, zuerst muss ich mit meiner Familie und meinem Arbeitgeber sprechen», erklärt er. Breitschmid wohnt, gleich wie der verstorbene
Toni Schürmann, in Anglikon und gilt als gemässigter SVP-Vertreter. Über seine möglichen Wahlchancen mag
er aber nicht spekulieren. «Das Amt würde eine grosse zeitliche Belastung mit sich bringen, deshalb brauche ich diese Bedenkzeit», betont er.

Klar ist bei der SVP hingegen: Peter Tanner selber, der vor drei Jahren als Gemeindeammann kandidierte, sowie Marlis Spörri und Urs Stäger, die beiden Gemeinderatskandidaten von 2009, stehen diesmal nicht zur Verfügung. Spörri, inzwischen Einwohnerratspräsidentin, will sich auf diese Aufgabe konzentrieren. «Ich möchte meine Amtszeit, die bis Ende 2013 dauert, erfüllen», sagt sie. Stäger erklärt: «Bei den letzten Wahlen war ich vom Resultat her klar abgeschlagen. Ausserdem reizt mich das Ressort nicht, das Toni Schürmann im Gemeinderat betreute.»

Zurückhaltung bei Ortsparteien

Ausser der SVP meldet keine Wohler Ortspartei Anspruch auf den
vakanten Sitz an. Die SP, bisher ebenfalls nicht im Gemeinderat vertreten, hat sich laut Präsident Arsène Perroud noch keine Gedanken über eine mögliche Kandidatur gemacht. «Wir möchten mittelfristig grundsätzlich ein Mitglied des Gemeinderats stellen, dies kann aber auch erst im nächsten Jahr oder in vier Jahren der Fall sein», hält Perroud fest.

Die FDP, die mit Matthias Jauslin den Vizeammann stellt, führt laut Vorstandsmitglied Thomas Geissmann einige Gespräche. «Wir werden aber nur antreten, wenn wir einen guten Kandidaten haben», betont er.

CVP-Präsident Roger Waeber sagt, seine Partei sei mit Ruedi Donat und Paul Huwiler bereits gut vertreten im Gemeinderat. «Wir haben das Thema im Vorstand kurz diskutiert, werden aber keinen Kandidaten stellen.»

Auch die Grünen planen keine Kandidatur. «Urs Kuhn sitzt für uns im Gemeinderat, das ist angemessen», erklärt Präsidentin Anna Keller. Sie wünscht sich aber möglichst bald eine Frau im Gemeinderat.

Kein Thema ist ein Sitz im Gemeinderat bei Grünliberalen / Freis Wohle. «Wir suchen keine Kandidaten», sagt Einwohnerrätin Sandra Lehmann.

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