Razzia in Bremgarten
SVP-Nationalrat Glarner: «Meine schlimmsten Befürchtungen wurden bestätigt»

SVP-Nationalrat Andreas Glarner freut sich über die Razzia im Kulturzentrum Bremgarten: "Endlich werden die Behörden aktiv, das ist längst überfällig." Glarner sieht sich bestärkt in seiner Absicht, das Kuzeb zu kaufen - noch diese Woche trifft er einen Vermittler, um Kontakt zu den Besitzern zu erhalten.

Fabian Hägler
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Das linksautonome Kulturzentrum im Stadtzentrum von Bremgarten war einst eine Kleiderfabrik – nun will Andreas Glarner es kaufen.

Das linksautonome Kulturzentrum im Stadtzentrum von Bremgarten war einst eine Kleiderfabrik – nun will Andreas Glarner es kaufen.

Fotos: Toni Widmer/Chris Iselia; Montage: edi

Vor drei Wochen kündigte SVP-Nationalrat Andreas Glarner an, er wolle das Kulturzentrum Bremgarten kaufen. Glarner, der auch im Vorstand der SVP Bremgarten sitzt, bezeichnete das Kuzeb als Schandfleck für die Stadt. Zudem verdächtigte der Hardliner nach Sprayereien vor der Versammlung der Bezirkspartei auch Personen aus dem Umfeld des Kulturzentrums und setzte eine Belohnung von 2000 Franken für Hinweise auf die Täterschaft aus. «Die heutige Situation, die ein bisschen an die Berner Reitschule erinnert, ist eine Schande für Bremgarten», sagte Glarner damals.

Razzia in Bremgarten: Dieses Haus an der Reussgasse wurde frühmorgens von der Polizei durchsucht.
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Die Polizei führte auch im Kulturzentrum KuZeB eine Hausdurchsuchung durch.
Das Haus an der Reussgasse Die Durchsuchungen in Bremgarten gehörten zu einer europaweit koordinierten Aktion. Gesucht wurde nach G20-Chaoten.
Die Polizei schlug die Scheibe ein, um sich Zutritt zu verschaffen.
Der Briefkasten.
Der Briefkasten.
Hausdurchsuchung im Kulturzentrum KuZeB Um 6 Uhr morgens dringt ein Durchsuchungskommando der Kantonspolizeit Aargau ins Kulturzentrum Bremgarten (KuZeB) ein.
Hausdurchsuchung im Kulturzentrum KuZeB Vor dem Eingang haben sich Ermittler positioniert. Sie suchen einen 27-Jährigen, der als G20-Chaot in Hamburg randaliert haben soll am 7. Juli 2017.
Hausdurchsuchung im Kulturzentrum KuZeB Die Ermittler konfiszieren mehrere Gegenstände und nehmen mehrere Personen zur Einvernahme mit.
Die Aktion in Bremgarten gehört zu einer europaweit koordinierten Aktion.
Der Aktion vorausgegangen war ein Rechtshilfeersuchen aus Deutschland.
Spruchband am Kulturzentrum Bremgarten. (Archiv)
Die deutsche Staatsanwaltschaft hat nach den Ausschreitungen gegen den G20-Gipfel in Hamburg (7. und 8. Juli 2017) in 51 Fällen Untersuchungshaft angeordnet. (Archivbild)
Gewaltexzesse am Rande des G20-Gipfels im Juli 2017.
Um Krawalle wie am G20-Gipfel zu verhindern, fordern deutsche Politiker eine Extremistendatei. (Bild vom 7. Juli 2017)

Razzia in Bremgarten: Dieses Haus an der Reussgasse wurde frühmorgens von der Polizei durchsucht.

Peter Rippstein

Nach der Razzia der Kantonspolizei im Kuzeb vom Dienstag fühlt sich der SVP-Asylchef in seiner Haltung bestätigt. "Meine schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet, offenbar versteckt sich in Bremgarten ein Gewalttäter von Hamburg", sagt Glarner. Es sei höchste Zeit, dass die Justiz endlich aktiv geworden sei und gegen die Linksautonomen vorgehe. "Bedenklich ist aus meiner Sicht, dass der Anstoss dazu von aussen kommen muss und dass es so lange gedauert hat." Natürlich sei noch offen, was die Razzia für Ergebnisse bringen werde, aber grundlos hätten die deutschen Behörden sicher nicht um Rechtshilfe ersucht.

Glarner ist der Ansicht, es hätte schon früher genügend Hinweise auf illegale Aktivitäten im Kuzeb gegeben, damit auch die lokalen Behörden hätten eingreifen können. "Wenn sich nun herausstellen sollte, dass dort ein gesuchter Straftäter Unterschlupf gefunden hat, ist das bedenklich." Glarner sieht sich in seiner Absicht bestärkt, die Liegenschaft zu kaufen, "um diesen Zuständen ein Ende zu setzen", wie er sagt.

Noch diese Woche werde er einen Vermittler treffen, der einen Kontakt zu den Besitzern des Kulturzentrums herstellen solle. "Es geht mir nicht darum, mit der Liegenschaft einen Gewinn zu machen, von mir aus kann man die Gebäude auch abreissen und dort einen grünen Park einrichten", sagt Glarner. Sollte es ihm gelingen, das Kuzeb zu kaufen, dürfte es aber wahrscheinlicher sein, dass eine Immobilienfirma die Liegenschaft übernimmt und dort ein Bauprojekt realisiert. Laut dem SVP-Nationalrat fehlt es dafür nicht an Interessenten. Nach seiner Ankündigung, das Kulturzentrum kaufen zu wollen, hätten sich mehrere mögliche Investoren bei ihm gemeldet.