Muri
SVP Muri will Villen-Charakter und das Klosterdorf erhalten

3500 Leute sollen in den nächsten Jahren zusätzlich in Muri wohnen, so sagen es die kantonalen Prognosen voraus. Allein diese Tatsache ruft nach einer Revision der Bau- und Nutzungsordnung. Die SVP kritisiert nun fünf Punkte, die revidiert werden.

Dominic Kobelt
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Idyllisch: Das Kloster in Muri.

Idyllisch: Das Kloster in Muri.

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Bis zum 13. Oktober durften alle ihre Vorschläge zur Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) einbringen. Die letzte Revision liegt bereits 15 Jahre zurück, zahlreiche Rahmenbedingungen haben sich geändert.

Mit dem Dokument soll festgelegt werden, wie mit unbebauten Flächen umgegangen wird und wie überbautes Bauland noch besser genutzt wird.

Zu den Fragen über Freiräume, Mobilität und Nutzung des Kulturlandes hat sich nun die SVP gemeldet, die ihre Anliegen einbringen möchte. Allerdings behält sie sich die definitive Beurteilung des Planwerks vorläufig vor, aufgrund der zeitlichen Vorgaben und der Herbstferienzeit sei es nicht möglich gewesen, die geplante Revision vertieft zu prüfen.

Nur Minimalabgaben

Fünf Punkte bringt die Partei dennoch aufs Tapet und fordert Änderungen. Wichtig sei, so schreibt die SVP Muri, dass die Verkehrsplanung hohe Priorität geniesse. Damit meint sie weniger Langsamverkehr, der laut kommunalem Gesamtplan Verkehr gestärkt werden soll, sondern den individuellen, motorisierten Verkehr.

«Für die Bedeutung des Standorts als Wohn- und Arbeitsgemeinde ist eine durchdachte und funktionierende verkehrstechnische Erschliessung unabdingbar.

Gerade das gescheiterte Experiment mit dem Industriebus hat gezeigt, dass der motorisierte Individualverkehr auch in Zukunft Hauptversorger für die private und berufliche Mobilität in einer ländlichen Region wie dem Freiamt bleiben wird.» Neue und verdichtete Baugebiete seien «strassentechnisch optimal zu erschliessen», fordert die SVP.

Weiter stört sich die Partei an den Mehrwertabgaben. Im Entwurf des revidierten kantonalen Baugesetztes ist vorgesehen, bei Einzonungen eine Mehrwertabgabe von mindestens 20% zu erheben, für Um- und Aufzonungen wird die Regelung den Gemeinden überlassen.

Die SVP fordert deshalb, in der BNO die Minimalabgabe von 20 und nicht 30 Prozent vorzusehen. «Für Um- und Aufzonungen ist auf eine Mehrwertabgabe vollständig zu verzichten.»

Es handle sich um eine «unnötige zusätzliche Belastung» und führe zu einer «Ungleichbehandlung gegenüber früheren Auf- und Umzonungen». Ein weiterer Punkt, an dem sich die Ortspartei stört, ist die Wiedereinführung einer maximal zulässigen Geschosszahl für einzelne Bauzonen. Es sei ausreichend, die erlaubten Baukörper mittels Abständen, Höhen und Ausnützung zu definieren.

Zur angestrebten Verdichtung merkt die SVP an, «dass in Muri auch in Zukunft Baugebiete mit Villencharakter und erheblicher Grünzone Bestand haben sollten.» Gute Steuerzahler setzten auf Individualität, Ruhe und Abgeschiedenheit.

«In diesem Sinne ist die generelle Erhöhung der Ausnützung für die gesamte W1/W2-Zone nochmals zu überdenken.» Es mache mehr Sinn, sich auf die Gebiete zu konzentrieren, «die aus Sicht der Ortsentwicklung intensive Wohn- und Geschäftszonen bilden.»

Der fünfte Kritikpunkt bezieht sich schliesslich auf die Landwirtschaftszone, sie werde «mit erheblichen zusätzlichen Schutzzonen belastet».

Laut SVP bestehe keine Notwendigkeit, die landwirtschaftlichen Gewerbe «zusätzlichen Schranken zu unterwerfen». Man solle die neuen Schutzzonen nochmals auf ihre gesetzliche Notwendigkeit prüfen, fordert die SVP.