Surfer gründen Verein

Surfer gründen einen Verein – Zukunft der Bremgarter Flusswelle soll langfristig gesichert werden

Der Freiämter Michael Plattner ist einer der Initianten des Vereins Flusswelle Bremgarten.

Der Freiämter Michael Plattner ist einer der Initianten des Vereins Flusswelle Bremgarten.

Michael Plattner und weitere begeisterte Surfer gründen am kommenden Wochenende den «Verein Flusswelle Bremgarten». Damit soll primär der Erhalt des beliebten Surfermekka gefördert werden.

Entspannt sitzt Michael Plattner direkt am Ufer der Reuss beim Honegger-Wehr in Bremgarten. Die Sonnenstrahlen lassen das Wasser der Reuss golden glänzen. An der Flusswelle ist Plattner in seinem Element. Doch für einmal trägt er keinen Neoprenanzug, sondern Jeans und Hemd, obwohl der begeisterte Surfer einen seiner Lieblingsplätze besucht. Der 44-jährige Rechtsanwalt und ehemalige Murianer Gerichtspräsident ist sozusagen in offizieller Mission vor Ort.

Michael Plattner gehört zusammen mit Fabio Grilo zu den Initianten des zukünftigen «Verein Flusswelle Bremgarten». Dieser soll kommenden Samstag an einer Versammlung gegründet werden. Das Interesse daran ist gross, schon gegen 30 Personen hätten sich angemeldet und viele weitere sich über eine Mitgliedschaft erkundigt.

Das Inselchen benötigt bald eine Sanierung

Die Flusswelle hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Mekka für die Surfszene in der Schweiz entwickelt. An Spitzentagen surfen bis zu 80 Wellenreiter auf der künstlichen Welle. Aus ganz Europa reisen Interessierte an. Die Konzession für den Betrieb der Welle liegt beim Schweizerischen Kanu-Verband.

Mit der Gründung des Vereins verfolgen die Initianten drei Kernanliegen. Plattner sagt: «Wir möchten den Erhalt der Wellenanlage fördern, damit auch zukünftige Generationen nach uns diese optimal nutzen können. Es zeichnet sich in den kommenden vier bis fünf Jahren ein Investitionsbedarf ab.» Die Insel in der Flussmitte wird von der Reuss langsam unterspült und müsste saniert werden. «Es ist ein Privileg, eine solch schöne Anlage zu haben.» Man müsse ihr aber Sorge tragen.

Ein weiterer Aspekt sei, einen Mehrwert für die ganze Bremgarter Reussschlaufe zu schaffen und sie für die Stadt und die Region touristisch vermehrt nutzbar zu machen. «Wir möchten einen Weg aufzeigen, wie eine solche Nutzung gleichzeitig mit zusätzlichen Naturprojekten möglich ist», sagt Michael Plattner.

An Ideen fehlt es ihm diesbezüglich nicht. «Vieles könnte man mit wenig finanziellem Aufwand mit gleichzeitig grossem Nutzen erreichen», sagt er. Plattner stellt sich vor, dass die Flusswelle besser beschildert werden könnte und bessere Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten für Wassersportler, zum Beispiel mit Holzpodesten, erstellt würden. Auch ein durchgehender Rundweg fehle.

«Es gäbe viel Potenzial, das man in Verbindung mit der Flusswelle und dem Tourismus besser ausschöpfen könnte», sagt er. Entlang der Reuss könne man zum Beispiel die Bademöglichkeiten oder Feuerstellen verschönern.

«Ich surfe immer, wenn es die Welle zulässt»

Der dritte Aspekt bezieht sich auf den Surfsport allgemein. «Er boomt in der Schweiz, ist bald olympisch und viele jüngere Leute kommen dafür nach Bremgarten. Mit dem Verein möchten wir einen verlässlichen Ansprechpartner für Stadt, Behörden, Surfer und Tourismus bieten», erklärt Plattner.

Auch die Sicherheit sei ein Thema, denn das Surfen in der Reuss stellt je nach Wasserdurchfluss unterschiedliche Anforderungen an das Können der Surfer. Mit der Vereinsgründung wird der Grundstein für die Zukunft der Bremgarter Welle gelegt.

Bis zur ersten GV nächsten Frühling tauscht Michael Plattner Hemd und Jeans noch oft gegen den Neoprenanzug, denn: «Ich surfe immer, wenn es die Welle zulässt, ob im Sommer oder im Winter.»

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