Muri
«Super, dass es noch solche Freaks gibt»

Ihre neueste CD «Be Your Own Hero» produzieren die drei jungen Musiker von When They Wake aus Muri in Hamburg, Berlin und Zug. Die meisten Songs, die auf «Be Your Own Hero» zu hören sein werden, sind bereits bestimmt.

Andrea Weibel
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«Be Your Own Hero» (Sei dein eigener Held) – ein klingender Titel, der nicht nur ihr Album zieren wird, sondern den die drei Musiker Stephan Kaiser (25), Jonathan Geiger (23) und Silvan Stirni-mann (23) auch leben. Dass sie ihre neue CD selbst arrangieren, spielen und produzieren, hebt sie noch nicht von den zahllosen jungen Bands ab – ihr Anspruch auf Qualität hingegen schon.

«Eine CD kann jeder aufnehmen , der ein Instrument, einen Computer und ein entsprechendes Programm zu Hause hat», weiss der Architektur-Student Jonathan Geiger, der in der Band Bass und Klavier spielt. «Aber uns reicht es nicht, unsere Songs mittelmässig aufzunehmen.»

Für das perfekte musikalische Grundgerüst ihrer etwa 15 neuen Songs, die auf der CD – der ersten in dieser Band-Formation – Platz finden sollen, haben When They Wake die Schlagzeug-Teile darum in einem grossen Studio in Hamburg aufgenommen. Dazu kommen abwechselnd kraftvolle und sanfte Melodien auf dem Klavier, die sie auf einem riesigen Flügel in einem Berliner Studio einspielen konnten. «Der Unterschied ist unglaublich, das hört man sofort», beschreibt Chemielaborant Silvan Stirnimann überwältigt, der sowohl fürs Schlagzeug als auch für die meisten Klavier-Stücke verantwortlich ist.

Liebe zur Perfektion

Diese Liebe zur Perfektion hat auch das Aargauer Kuratorium und Kulturdünger Aarau überzeugt. «Ein Jurymitglied des Kuratoriums sagte, er finde es super, dass es noch solche Freaks wie uns gebe, die es wagen, für die Qualität ihrer Musik so viel auf sich zu nehmen», erinnert sich Geiger stolz. Sie rechnen mit CD-Kosten von mindestens 20000 Franken – knapp die Hälfte davon haben die zwei Kulturstiftungen übernommen. «Dass sie uns so grosszügig unterstützen, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Doch die Scheibe ist noch bei Weitem nicht fertig. «Als Nächstes spielen wir die Bass- und Gitarren-Parts ein», schaut Geiger voraus. Dies geschieht im Band-eigenen Studio in Zug, das Stephan Kaiser, Informatiker und Kopf der Band, eingerichtet hat. «Dafür sind wir technisch sehr gut ausgerüstet», bestätigt Kaiser, der nach den Bandaufnahmen ein Praktikum in einem amerikanischen Plattenstudio ins Auge gefasst hat. Auch für die Gesangsaufnahmen ist ihr Studio bestens geeignet.

Neben den Strophen und Refrains von Sänger und Gitarrist Stephan Kaiser werden auch Zweitstimmen und Choraufnahmen auf dem Album Platz finden. Sogar Streicher werden zu hören sein – für ihre Liveauftritte fehlen ihnen jedoch noch die geeigneten Cello-, Geige- und Bratschespieler.

Der Sänger ist auch Texter

In den Liedern, die sowohl textlich als auch musikalisch zum grössten Teil aus der Feder des Sängers stammen, spielt die Verarbeitung von Gefühlen eine grosse Rolle. «Ich bin kein guter Briefschreiber, aber in den Texten und besonders den Melodien kann ich ausdrücken, was ich fühle», beschreibt Kaiser. Stirni-mann hilft: «Mit einem Instrument kannst du jedes Gefühl ausdrücken. Das zeigt sich auch bei unseren Liedern. Es sind sanfte, eher traurige Stücke dabei, aber auch schnelle, energiegeladene, bis hin zu aggressiven Songs.» Bezeichnenderweise hätten sie mehr Lieder in Moll als in Dur. Auch dass während der Arbeiten für die CD zwei Beziehungen in die Brüche gegangen seien, habe sicher Einfluss auf die Lieder gehabt.

Die meisten Songs, die auf «Be Your Own Hero» zu hören sein werden, sind bereits bestimmt. An einzelnen feilen die jungen Musiker noch. «Wir mussten eine harte Auswahl treffen. Das war nicht leicht, denn wir haben sehr viele neue Songs geschrieben, von denen wir vollkommen überzeugt sind», sagt Geiger. Wie gut die Songs der letztjährigen Freestyle.ch-Band beim Publikum ankommen, wird die Plattentaufe zeigen, dann werden sie nämlich erstmals vorgestellt. «Allerspätestens im Juni wird es so weit sein. Darauf freuen wir uns jetzt schon», sagt Silvan Stirnimann grinsend.