Wohlen
Sudanesischer Bischof im Freiamt: «Zum Leben braucht es Wasser, Schulen und Spitäler»

Der sudanesische Bischof Macram Max Gassis hat in der Pfarrei von Domherr Kurt Grüter Halt gemacht. Damit macht er auf die Not in seiner Heimat aufmerksam.

Stefan Treier
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Bischof Macram Max Gassis (rechts im Bild) mit Domherr Pfarrer Kurt Grütter und Gläubigen in der Pfarrkirche Wohlen. zvg

Bischof Macram Max Gassis (rechts im Bild) mit Domherr Pfarrer Kurt Grütter und Gläubigen in der Pfarrkirche Wohlen. zvg

Auf Einladung des internationalen Hilfswerks «Kirche in Not» (siehe Box) besucht Bischof Macram Max Gassis derzeit verschiedene Schweizer Pfarreien. Mit Domherr Kurt Grüter, dem katholischen Pfarrer von Wohlen, verbindet ihn eine langjährige Freundschaft.

Dankbar für Spenden

Das weltweit tätige Hilfswerk «Kirche in Not» Schweiz, Luzern, unterstützt seit Jahren die notleidende Kirche und ihre Gläubigen für die dringlichen Anliegen von Seelsorge und Caritas von Bischof Macram Max Gassis. «Kirche in Not» dankt für jegliche Spenden, welche für die vielfältigen Bedürfnisse der leidenden Menschen im Südsudan erbracht werden (Postkonto 60-17200-9,Vermerk soziale Aufgaben Kirche Südsudan).

Seit 27 Jahren bemüht sich Bischof Macram, den vom Bürgerkrieg geplagten Menschen im Sudan Freude, Hoffnung und Hilfe zu bringen. Obschon er 2013 seine formelle Demission eingereicht hat, ist der vitale 79-Jährige ein unentwegter Kämpfer für das Leben in seiner Heimat.

«Wir sind alle Brüder und Schwestern, stammen von Gott ab und kehren wieder zu ihm zurück», betonte der afrikanische Gast bei seinem Besuch in Wohlen. Da er im Sudan schon mehrmals Morddrohungen erhielt, erfolgt sein Engagement nun vom benachbarten Kenia aus. Zudem pflegt er weitreichende internationale Kontakte für seine wichtigen Hilferufe.

60 Prozent sind Christen

«Im Sudan wird viel über Frieden geredet», sagt Bischof Macram, «doch es wird diesen nicht geben, solange die Grundsteine dafür, Gerechtigkeit und Achtung der Menschenwürde, durch die weltlichen Organe nicht gelegt werden.»

Ein grosses Hindernis auf dem Weg zum Frieden, sind die Stammesfehden. Doch der Bischof weiss: «Die katholische Kirche handelt für Gerechtigkeit und Frieden, indem sie den Armen, Verfolgten und Bedrängten wirksam hilft und für sie einsteht.»

Ohne die Kinder gibt es keine Zukunft für die Nation. Deshalb setzt sich Bischof Macram seit Jahren für die Schaffung der wichtigsten Lebensgrundlagen wie Wasser, Schulen und Spitäler ein. So wurden in den letzten Jahren unter seiner Führung 245 Wasserbohrungen vorgenommen, einige Schulen gebaut, sowie drei Spitäler errichtet.

Bohrmaschinen und Baumaterialien wurden mit ausländischer Hilfe beschafft. Für den Schulbetrieb, insbesondere in den Nubabergen (Grenzgebiet zwischen Sudan und Südsudan) werden Lehrkräfte aus Kenia engagiert, welche ihren Lohn von der Kirche erhalten. Weiter sind Ordensfrauen und Priester für die sozialen Projekte im Einsatz.

Rund 60 Prozent der Menschen im Südsudan sind überzeugte Christen. Dafür bezahlen sie einen hohen Preis. Die Terrororganisation Islamischer Staat verfolgt die Christen auf schreckliche Weise. Selbst während Gottesdienstfeiern gibt es Anschläge.

Oft müssen die Menschen in Höhlen fliehen, um sich vor Bomben in Sicherheit zu bringen. Dabei gehen sie das Risiko ein, an ihren Schutzorten auf giftige Schlangen zu treffen. Vor kurzem haben starke Unwetter in den Nubabergen massive Verwüstungen angerichtet, sodass viele Menschen evakuiert werden mussten. In der Folge wurden in den Spitälern die Medikamente knapp, was die Not und Bedrängnis der Bevölkerung noch zusätzlich erschwerte.

Bischof Marcan wurde vor Jahren von einer gefährlichen Krebskrankheit geheilt und dankt heute Gott für die Wiedererlangung eines zweiten Lebens, durch das er seine Kräfte weiterhin für seine Menschen, die ihn «Vater Bischof» nennen, einsetzen darf. Dankend erwähnte er dabei auch die langjährige Unterstützung des Hilfswerks «Kirche in Not», das ihn bei unzähligen Sozialprojekten wirksam unterstützt hat. (AZ)