Dottikon

Sturzgefahr wegen Loch gebannt – wenn sich Mensch und Biber in die Quere kommen

Das Loch im Spazierweg entlang der Bünz in Dottikon wurde gesichert – «Achtung Biberbau» stand auf dem Schild.

Das Loch im Spazierweg entlang der Bünz in Dottikon wurde gesichert – «Achtung Biberbau» stand auf dem Schild.

Ein Biberbau an einem Fussweg entlang der Bünz in Dottikon war an einer problematischen Stelle. Nun ist das Loch zugeschüttet. Der kantonale Biberbeauftragte erklärt, warum sich Mensch und Biber immer wieder ins Gehege kommen.

Wer Anfang August einen Spaziergang am Fussweg entlang der Bünz in Dottikon machte, der hat vielleicht gar nicht weit vom Alterswohnheim entfernt ein Loch am Wegesrand nah am Hang gesehen. Dafür war ein Biber verantwortlich. Die pflanzenfressenden Nager bauen ihr Zuhause gern in Böschungen von Gewässern, die Eingänge zu den Behausungen liegen unter Wasser. Zum Bau gehört eine unterirdisch verlaufende Röhre, die zu einem über Wasser liegenden Wohnkessel führt.

Es ist schön, dass diese lange Zeit beinahe ausgerotteten Tiere inzwischen wieder an heimischen Bächen und Flüssen leben. Problematisch wird es leider, wenn sie ihre Bauwerke an für den Menschen ungünstigen Stellen errichten.

So war es auch in diesem Fall. Der kantonale Biberbeauftragte Andres Beck sah sich am 13. August zusammen mit Vertretern der Gemeinde Dottikon die Biberbehausung genauer an. «Die Frage war, was man da machen soll», teilte Beck mit, «so ein Bau genau am Fussweg ist eine Gefahr und muss entschärft werden.» Da der Bau unterhöhlt gewesen sei, hätte er leicht einstürzen können, wenn Spaziergänger darüber gegangen wären. Ausserdem bestand Stolpergefahr. Zunächst wurde der Biberbau mit Absperrungen sichtbar gemacht. «Damit war das Problem natürlich nicht gelöst, das Loch musste letztendlich geflickt werden», so der Biberbeauftragte.

Geschützter Biber erfordert besondere Massnahmen

Da Biber geschützt seien, könne man da allerdings nicht so einfach eingreifen, wenn sie sich irgendwo niederlassen. Beck führte aus: «Der Biber in Dottikon hat aber noch weitere Bauten, den am Fussweg schien er nicht genutzt zu haben, denn es befand sich kein Nest darin.» Folglich sei es in diesem Fall glücklicherweise unproblematisch gewesen, das Loch mit den damit verbundenen Unterhöhlungen wieder zu verschliessen. Mittlerweile ist vom Biberbau nichts mehr zu sehen, nur frische Sandspuren an der Stelle lassen sein früheres Vorhandensein noch erahnen.

Die andere Biberbehausung in Ufernähe könnte laut Andres Beck zu Bodenerosionen führen, deswegen sei es sinnvoll, dort Erde aufzuschütten. «Das Problem ist schlicht, dass der Mensch sehr viel Platz für sich beansprucht. Viele Wege führen ziemlich nah an Ufern entlang. Für Biber wären breitere Abschnitte an Gewässern hilfreich, schliesslich sind diese Tiere sehr wertvoll für die Fauna.» Bekanntlich stauen Biber gerne Gewässer, wenn das passiert, dürfe der Mensch diese nicht einfach zurückbauen. Auch in diesen Fällen werde geschaut, ob es zu gravierenden Beeinträchtigungen komme, bevor eingegriffen werde.

Die grossen Nagetiere besitzen ein dichtes Fell, das ihnen beinahe zum Verhängnis wurde, da es sehr begehrt für wasserdichte Mützen war. Mittlerweile gehen die Menschen sorgsamer mit den Tieren um, die Population nimmt zu. Auch an der Bünz soll’s mehrere von ihnen geben.

Der Biberbeauftragte sagt: «Biber leben in einem Familienverband, dazu gehören im Schnitt etwa fünf Tiere. Hin und wieder bekommen aufmerksame Spaziergänger sie zu Gesicht.»

Hier geniesst ein Jung-Biber seinen Schwumm in der Aarauer Telli

Hier geniesst ein Jung-Biber seinen Schwumm in der Aarauer Telli. (Video vom Juli 2020)

Trotz Lärm von der nahen Baustelle geniesst dieser Biber sein Bad im Sengelbach in der Aarauer Telli.

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