Mehr Mitwirkung der Eltern an der Schule, das wünschen sich Schulleitung und Schulpflege von Muri und sind nun gespannt, ob und wie die Eltern auf die neue Möglichkeit dazu ansprechen.

«Mit einem neu gegründeten Schul- und Stufenforum wird Raum geboten, gemeinsame Anliegen und Themen zu diskutieren und Lösungen zu finden», stellt Sandra Amgwerd, Leiterin der Schulpflege, fest.

Auch ein zeitlich oder thematisch begrenztes Engagement der Eltern ist möglich. Es ist eine in dieser Form neuartige Art der Mitwirkung und sozusagen eine Murianer «Erfindung». Der Grund liegt einerseits in der Grösse der Schule mit rund 1200 Schülerinnen und Schülern und geschätzten 800 Eltern, andererseits in den zahlreichen Schulstandorten.

«Schon jetzt bestand die Möglichkeit zur Mitwirkung», macht Schulleiter Hubert Anderhub klar, «aber mit dem Forum erhalten Eltern eine einzige, niederschwellige Anlaufstelle für ihre Anliegen.»

Die Tendenz zur Zusammenarbeit von Schule und Eltern ist auch nicht neu, wie die Leiterin der Mittelstufe, Christine Guarisco, ergänzt. Aber in Muri stellt diese Zusammenarbeit durch die Grösse und Struktur der Schule eine besondere Herausforderung dar, sodass nach einer geeigneten Form gesucht werden musste.

Die Förderung der Elternmitwirkung geht auf das Jahr 2013 zurück, wie Jörg Hauser, Stufenleitung Kindergarten und Unterstufe, weiss. Er gehört, wie Amgwerd, Anderhub, Guarisco, Schulpfleger Urs Huwiler und Nadine Amstad vom Elternverein der Projektgruppe an, die die Organisation des jetzt präsentierten Forums erarbeitet hat.

Keine Einzelinteressen

Beim Schul- und Stufenforum stehen nicht Einzelfragen, wie sie zwischen Eltern, Schulkindern und Lehrkräften auftreten können, im Vordergrund, sondern die gesamte Schule betreffende Fragen.

Als Beispiele nennt Anderhub Pausenplatzgestaltung, Schulwegsicherheit, Mobbing, Gewalt, Hausaufgaben oder Elternbildung. Es ist denkbar, dass der Vorstand ausgehend von Elternanliegen auch Arbeitsgruppen bilden kann. «Die Anliegen und Interessen der Eltern und jene der Schule werden auf konstruktive Weise gesammelt und sollen zum gegenseitigen Verständnis und zu gemeinsamen Projekten führen», führt Guarisco aus.

Das Forum ist in zwei Teile gegliedert: Das Stufenforum findet nach Beginn des Schuljahres auf Stufenebene statt, das Schulforum im zweiten Semester auf gesamtschulischer Ebene.

Ein Vorstand, bestehend aus acht Delegierten von Eltern, Elternverein, Schulpflege, Schulleitung und drei Lehrpersonen, nimmt Anliegen und Themen auf und koordiniert eingesetzte Arbeitsgruppen und ihre Aktivitäten. Die Arbeitsgruppen wiederum informieren den Vorstand über ihre bearbeiteten Themen.

Grenzen der Elternmitwirkung

Allerdings gibt es auch Grenzen der Elternmitwirkung, wie Urs Huwiler deutlich macht: Unterrichtsgestaltung (Pädagogik, Didaktik, Methodik), Personalfragen, Mitarbeiterbeurteilung, Stundenpläne, Lehrmittel, Klassenzuteilung, Schulaufsicht und Leitung der Schulleitung unterstehen ausschliesslich der Kompetenz der Schule.

Demnächst werden die Eltern schriftlich über das neue Forum informiert. Im Oktober und Anfang November werden in allen drei Stufen Kick-off-Veranstaltungen durchgeführt.