Bünzen
Stück mit Parallelen zur Freiämter Strohindustrie

Die Theatergruppe Bünzen steht ab August mit dem Drama «Die Stickerin und der Fergger» wieder auf der Freilichtbühne. Nach dem ersten Probenwochenende ist Regisseur Geri Müller zufrieden – er stellt aber hohe Ansprüche an die Schauspieler

Barbara Hagmann
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Regisseur Geri Müller (rechts) zeigt den Darstellerinnen und Darstellern der Theatergruppe Bünzen, wie überzeugend gestreikt wird. Hag

Regisseur Geri Müller (rechts) zeigt den Darstellerinnen und Darstellern der Theatergruppe Bünzen, wie überzeugend gestreikt wird. Hag

In Bünzen wurde am Wochenende gestreikt. Die Arbeiter einer Stickereifabrik gingen mit geballten Fäusten auf die Strasse als Zeichen dafür, dass sie sich die ungerechtfertigten Lohnkürzungen nicht länger bieten lassen. Doch Entwarnung. Was an die Zeiten der Strohindustrie im Freiamt erinnerte, wiederholte sich nicht. Bei den streikenden Arbeitern handelte es sich um Schauspieler und Schauspielerinnen der Theatergruppe Bünzen, die das Bühnenstück «Die Stickerin und der Fergger» einstudierten.

Nach der Aufführung des Lustspiels «Das Wirtshaus im Spessart» vor zwei Jahren, knüpft das Ensemble an den Erfolg an und bringt vom 9. August bis 14. September wieder ein Freilichtspiel auf die Bühne. Mit dem Werk von Markus Keller schlägt die Theatergruppe aber eine andere Richtung ein. «Mit dieser Inszenierung wechseln wir von der Komödie zum Drama», hält Regisseur Geri Müller fest und erklärt: «Anstelle der Ostschweizer Stickereifabrik, hätte die Handlung auch in der Freiämter Strohindustrie spielen können.»

Dennoch sah Müller davon ab, die Geschichte für die Strohindustrie passend umzuschreiben. Er ist überzeugt, mit diesem Werk die damaligen Verhältnisse und das Arbeitsleben in der Schweiz in Erinnerung zu rufen, respektive zu veranschaulichen. «Viele Zuschauer werden sich mit dieser Geschichte identifizieren können», bekräftigt Müller. Damals mussten sich viele Bauern ein Zubrot mit Heimarbeit verdienen, um ihre Familien über Wasser zu halten.

In insgesamt 13 Vorstellungen kann sich das Publikum in vergangene, aber nicht vergessene, Zeiten zurückversetzen lassen. Das Freilichtspiel wird dieses Jahr in der Nähe der Kläranlage Bünzen aufgeführt. Wo heute nichts als eine grüne Wiese und ein Kiesweg die Landschaft schmückt, wird ab August eine kleine Stadt stehen.

Mit einem Budget von etwa 150 000 Franken ist das Projekt gut aufgestellt und ermöglicht, professionelle Musiker zu engagieren. Die Freilichtinszenierung wird vom Orchester «Humpa Brass» musikalisch begleitet und unterstreicht die Dramatik des Bühnenwerks.

Die Proben verliefen trotz schlechter Witterung reibungslos, der Regisseur war guter Dinge. Nicht zuletzt deshalb, weil er auf 34 bewährte und motivierte Darsteller bauen kann. Als Herausforderung sieht er die Massenszenen auf der Dorfstrasse: «Diese müssen lebendig und nicht gestellt wirken», erläutert Müller, der hohe Anforderungen an sein Ensemble stellt. «Wir sind im Freiamt bekannt und haben vor zwei Jahren vor ausverkauftem Haus gespielt.»

Infos unter www.theater-buenzen.ch

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