Seit der Gründung vor drei Jahren unterstützte die höchst aktive Gönnervereinigung der Freunde des Strohmuseums das international bekannte Museum in Wohlen mit 110 000 Franken. 2015 sind es 35 000 Franken, die an die Strohflechtkurse von Ottilia Leemann (Oberwil-Lieli) und die Sonderausstellung «Frisch geflochten» (11. Juni 2015 bis 29. Januar 2017) gehen. «Wir glaubten ursprünglich, dass der Verein höchstens 200 Mitglieder zählen würde. Jetzt sind es 865», sagte Gemeinderat Ruedi Donat, auch er ein grosser Förderer des Museums. «Unglaublich», meinte er an der Generalversammlung.

Prägende Persönlichkeiten

Den Erfolg führt Donat auf zwei Persönlichkeiten zurück, die sich an der Generalversammlung aus dem Verein verabschiedeten: auf Altregierungsrat Peter Wertli, der mit seinem grossen Beziehungsnetz mithelfen konnte, die Organisation auf die Beine zu stellen und den Verein drei Jahre als Präsident leitete, und auf die ehemalige Wohler Kultursekretärin Iris Küng, die mit ihrem grossen kulturellen Background als Vizepräsidenten den Verein mitprägte. «Peter Wertli und Iris Küng waren ein Glücksfall für den Verein», betonte das Vorstandsmitglied Daniel Güntert, der als «Stadtführer», Historiker und Bezirkslehrer unentwegt als historisches Gewissen von Wohlen unterwegs ist.

Die Nachfolger von Wertli und Küng sind indessen auch aus besonderem Holz geschnitten: Der neue Präsident Martin Burkard, Rektor der Alten Kantonsschule Wohlen, ist über seine Familie mit der Strohindustrie verbunden. Und die vielseitig aktive Kulturmanagerin Nadja Baur Konrad aus Sarmenstorf kennt sich als Tochter einer Wohlerin und eines Sarmenstorfer Unternehmers bestens in der Strohmetropole Wohlen aus. Ernst Hochstrasser, pensionierter Bankkadermitarbeiter, heute Teilzeitlehrer und aktuell Mitglied der bekannten «Begorra»-Theatertruppe, wird ebenfalls neue Ideen in den Vorstand tragen können.

Ein Museum auch für Junge

Im Strohmuseum ging der Besucherstrom 2014 zwar etwas zurück (von 7900 auf 7600). Dafür wurden laut der Museumsleiterin Anna Hegi mehr Führungen angeboten (310 gegenüber 250 im Vorjahr). «Wir können unser Publikum sogar auf Englisch und Französisch durchs Museum begleiten», sagte sie, stolz auf ein Team von zwanzig Personen, die sich dafür einsetzen, dass der Name von Wohlen in die Welt hinausgetragen wird. «Auch die Kinder und Jugendlichen sollen unser Museum besuchen können. Wir legen grössten Wert darauf, ihnen etwas zeigen zu können, das sie anfassen und ausprobieren können.»

Bewusst engagierte die Museumsleitung einen Wohler, den Sprachforscher Niklaus Bigler, der am Internationalen Museumstag am 17. Mai das Morgenprogramm mit seinen «Wortgeflechten» bestreiten wird. Das teilte Ruth Portmann, Vertreterin der Stiftung Freiämter Strohmuseum im Gönnerverein, mit. Der Nachmittag ist besonders den Familien gewidmet, die spielerisch das Museum kennenlernen sollen, indem sie Begriffe aus der Strohindustrie wie das «Rattechegeli» den richtigen Gegenständen zuordnen. Die vom Gönnerverein unterstützte Sonderausstellung «Frisch geflochten» verbindet laut Portmann Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Strohindustrie. Das Büro ImRaum (Wohlen/Baden) bereitet im Cheminéeraum des Museums eine besondere Schau mit vielen Objekten, Hörstationen, Bildern und Geräuschen vor. «Kommen Sie am 11. Juni an die Eröffnung und staunen Sie», meinte Ruth Portmann.