Planungsverband

Streit um Bauzonen und Gewerbegebiet: Harscher Protest der Landgemeindem Oberrüti

Schön gelegen, aber ohne Entwicklungsfreiheit: Oberrüti ist unzufrieden mit den Rahmenbedingungen des Richtplans und des Raumkonzepts. Eddy Schambron

Schön gelegen, aber ohne Entwicklungsfreiheit: Oberrüti ist unzufrieden mit den Rahmenbedingungen des Richtplans und des Raumkonzepts. Eddy Schambron

Der Regionalplanungsverband Oberes Freiamt verabschiedet das Regionale Raumkonzept 2040.

Nein, sagt der Gemeinderat Oberrüti. Nein zu unmöglichen Bauzonenerweiterungen, Nein zur fehlenden Möglichkeit, das Gewerbegebiet zu entwickeln. Er blieb praktisch allein: Die Abgeordnetenversammlung des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt verabschiedete das Regionale Raumkonzept (RRK) 2040 mit nur vier Gegenstimmen. Es ist ein Koordinationsinstrument für den Verband und soll unter anderem die Gemeinden in ihrer Planungsarbeit unterstützen.

Gewerbe und Industrie gehören in die Gemeinden Muri und Sins, Boswil und Merenschwand, die anderen Gemeinden des oberen Freiamts sind zum Wohnen da, allerdings ohne Aussicht auf eine Erweiterung der Bauzonen. So sieht es das RRK vor, das sich wiederum auf den kantonalen Richtplan stützt beziehungsweise stützen muss. Und damit ist der Oberrüter Gemeinderat nicht einverstanden.

«So wird die Weiterentwicklung unserer Gemeinde verhindert», kritisierte Gemeinderat Werner Küttel an der Abgeordnetenversammlung der Repla in seiner Gemeinde Er beantragte, bei der Arbeitsplatzstrategie Oberrüti als fünfte Gemeinde aufzunehmen, um so das eigene Gewerbe- und Industriegebiet weiter entwickeln zu können. Und die Option, eine Ausdehnung der Bauzonen auch für Wohnen möglich zu machen.

Starke Einschränkungen

Damit könnte er aus dem Herz vieler Gemeinderatskolleginnen und -kollegen gesprochen haben. Nur: «Der kantonale Richtplan ist massgebend, was diesbezüglich im RKK steht, ist nicht so entscheidend», machte Repla-Präsident Pius Wiss, Dietwil, klar. Und dieser Richtplan priorisiert Arbeitsplätze in Muri und Sins. Zusätzliche Einzonungen sind im gegenwärtigen Zeitpunkt ohnehin kein Thema. Die Anträge von Küttel wurden abgelehnt, das RKK mit nur vier Gegenstimmen angenommen.

Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, beglückwünschte die Repla Oberes Freiamt zum RKK. «Es ist eine wichtige Grundlage für die weitere Planung». Der Aargau und die Region Oberfreiamt weise ein überproportionales Wachstum auf. Das sei eine grosse Herausforderung. «Wir merken, dass es sehr eng wird im Oberfreiamt, bei der nächsten Überarbeitung des Richtplans werden wir das berücksichtigen müssen». Allerdings schränkte er ein, dass sich der Richtplan wiederum auf das vom Volk gutgeheissene Raumplanungsgesetz des Bundes abstützt. «Uns sind die Hände ziemlich gebunden». Als weitere Herausforderung für die Region sieht Attiger im Verkehr. «Die Steuerung der Pendlerströme wird ein immer wichtigeres Anliegen.»

Regionale Sportanlage?

Ein Thema, das den Vorstand der Repla Oberes Freiamt dieses Jahr besonders beschäftigen wird, ist eine regionale Sport- und Eventanlage. «Wir wollen herausfinden, was nötig ist, was möglich ist, auch bezüglich Neuzonierung», erklärte Wiss. Ein Weiteres ist die Freizeitnutzung: «Wir müssen gewisse Hotspots genauer ansehen und prüfen, ob wir etwas im Bereich Besucherlenkung unternehmen müssen.» Dabei wird mit Erlebnis Freiamt, bereits in diesem Bereich tätig, zusammengearbeitet.

Die Kommission Landschaft wird die Gemeindegespräche weiterführen und eine Informationsveranstaltung für Ressortvertreter Naturschutz in den Gemeinderäten organisieren, sagte Stefan Balmer. Standortförderung und die Überprüfung geeigneter Areale für die Entwicklung sind Schwerpunkte der Wirtschaftskommission, führte Heinz Nater aus.

Die Kommission öV befasst sich als Daueraufgabe mit guten Verbindungen nicht nur für die Repla Oberes Freiamt, sondern auch für die Replas Unteres Bünztal sowie Mutschellen-Reusstal-Kelleramt, stellte Fredy Zobrist fest. Schliesslich will die Fachgruppe Alter und Gesundheit die integrierte Versorgung vorantreiben, unterstrich Hampi Budmiger und sich dem Hausärztemangel annehmen. «Da sind aber keine Wunder zu erwarten.»

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