Bremgarten

Streit an der Reuss: Fusstritte für Frauchen und Hündin

Marie-Elisabeth Nagel erhebt Anzeige gegen einen Jogger, der erst ihre Hündin Rhany und dann sie geschlagen und getreten hat.

Marie-Elisabeth Nagel erhebt Anzeige gegen einen Jogger, der erst ihre Hündin Rhany und dann sie geschlagen und getreten hat.

«Er wollte meine Hündin töten», ist sich Marie-Elisabeth Nagel sicher. Doch der beschuldigte Fussgänger sagt, Hund und Frauchen seien auf ihn losgegangen.

Am Dienstagmorgen, gegen 7.30 Uhr, taten Marie-Elisabeth Nagel und Peter Rorato (Name geändert), was sie oft um diese Zeit tun: Sie spazierte mit
ihren beiden Hunden die Reuss entlang, er joggte in entgegengesetzter Richtung. Doch als sie sich kreuzten, war nichts wie gewöhnlich. Ein wüster Streit eskalierte. «Er wollte meine Hündin Rhany töten, er kickte ihr mit dem Fuss direkt ins Gesicht», sagt Nagel.

Tatsächlich trat Rorato die Hündin, «aber nur, weil sie mich schon vor
einer Woche beim Spazieren in die Achillessehne gebissen hatte. Als beide Hunde wieder wie wild knurrend und bellend auf mich zurannten, musste ich mich verteidigen», erklärt Rorato. Dass er gebissen worden sei, stimme absolut nicht, entgegnet Nagel.

«En Schutt in Arsch»

Nagel traute ihren Augen nicht: «Die kleine Lhasa-Apso-Hündin wiegt doch keine fünf Kilo.» Sie rannte ihrem Schützling zu Hilfe und drohte dem Jogger mit einer Anzeige. «Ich wollte ihn zur Rede stellen», sagt sie.

Dieser fasste das anders auf: «Bei meinem Versuch, mich schnellstmöglich zu entfernen, griff sie mich an.» Es entstand ein wüstes Handgemenge. «Ich konnte ihre Arme festhalten und so vorerst verhindern, dass sie auf mich einschlug.» Als sie sich etwas beruhigt hatte, «liess ich die Frau los und lief weiter. Doch sofort setzte sie mir nach und griff mir hinterrücks ins
Gesicht», gibt Rorato an. Am Ende «verpasste ich ihr ‹en Schutt in Arsch› und ergriff zu meinem Schutz die Flucht».

Verletzungen und Schock

Das Resultat: Nagel hatte Blut-
ergüsse an Oberschenkel und Armen sowie Schmerzen im Gesicht, ihre Hündin Rhany trug Wunden am Auge, an der Pfote und vermutlich an der Niere davon, wie sich beim Tierarzt herausstellte. «Und sie hat einen schlimmen Schock», berichtet Ergo- und Gestaltungstherapeutin Nagel. «Die Hündin ist von ihren vorherigen Besitzern misshandelt worden. Seit einem Jahr arbeite ich mit einer Psychologin und einer Hundetrainerin daran, ihr die Angst zu nehmen, denn ich möchte sie als Zucht- und Therapiehündin einsetzen. Jetzt ist die ganze Arbeit zunichtegemacht.»

Keine Leinenpflicht

Nagel hat Rorato umgehend angezeigt. Dieser hält jedoch fest: «Ich habe sie schon beim ersten Mal ermahnt, sie solle die Hunde an engen Stellen des Spazierwegs an die Leine nehmen.» Dabei verwies er «auf die Anordnung der Hundeleinenpflicht auf engen Spazierwegen der Regionalpolizei Bremgarten und die anderen Hundehalter, die sich an diese Verordnung halten».

Bei der Regionalpolizei heisst es, dass die Leinenpflicht laut Jagd- und Waldgesetz nur an Waldrändern und im Wald gelte , dass das unbeaufsichtigte Streunenlassen verboten sei und dass Hunde laut Polizeireglement der Stadt Bremgarten an verkehrsreichen Strassen und Plätzen anzuleinen seien. «Keines davon trifft hier zu», ist sich Nagel sicher.

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