Berikon
Strategische Baulandreserve im «Südhang» bleibt bestehen

Das kantonale Verwaltungsgericht hat eine Beschwerde der Gemeinde Berikon gutgeheissen. Die Gemeinde hatte sich gegen die Vergrösserung einer Landschaft von kantonaler Bedeutung (LkB) im Gebiet «Südhang» gewehrt.

Lukas Schumacher
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«Eggacher»-Kulturland am «Südhang»: Keine Vergrösserung der Landschaft von kantonaler Bedeutung. sl

«Eggacher»-Kulturland am «Südhang»: Keine Vergrösserung der Landschaft von kantonaler Bedeutung. sl

Im bereinigten kantonalen Richtplan, vom Grossen Rat im September 2011 gutgeheissen, wurde die LkB «Südhang» direkt bis an den Bauzonenrand im Bereich «Chilchbüel, Eggacher, Rebacher» erweitert. Das hätte bedeutet, dass die dortige Beriker Baulandreserve aufgehoben worden wäre.

«Gemeindeautonomie gewahrt»

Das Urteil des Verwaltungsgerichts freut den Beriker Gemeindeammann Stefan Bossard: «Ein guter, richtiger Entscheid. Dadurch bleibt die Gemeindeautonomie gewahrt.»

Laut Bossard bestehen derzeit keinerlei Absichten, das Beriker Siedlungsgebiet beim «Südhang» zu vergrössern. Es sei auch ungewiss, ob die Beriker in vielleicht 10 oder 15 Jahren darüber diskutieren, ob dieses Kulturland der Bauzone zugeschlagen werden soll oder nicht.

Dass das Verwaltungsgericht jetzt korrigierend eingriff, hält Bossard dennoch für bedeutend: «Ohne uns zu informieren oder zu einer Stellungnahme einzuladen, vergrösserten die zuständigen Kantonsstellen und der Regierungsrat die LkB. Dieses Vorgehen war nicht in Ordnung.»

Trenngürtel ist nicht sakrosankt

Nicht eingetreten ist das Verwaltungsgericht auf eine zweite Richtplan-Beschwerde der Gemeinde. Berikon wollte den in der Karte eingetragenen grünen Siedlungstrenngürtel zwischen Berikon, Widen und Zufikon im Gebiet «Hermis, Fuchsweid, Chesslere» teils verkleinern, teils aufheben.

In der Richtplan-Gesamtrevision hatte der Regierungsrat keine Änderung bei den Trenngürteln vorgenommen. Dieses Vorgehen der Regierung sei nicht zu beanstanden, hielt das Verwaltungsgericht fest.

Allerdings merkt das Verwaltungsgericht klar an: «Der Gemeinde steht das Recht zu, jederzeit eine Anpassung des kantonalen Richtplans zu verlangen. Berikon kann eine Überprüfung und Anpassung des Siedlungstrenngürtels beantragen, falls sich die Verhältnisse ändern oder neue Aufgaben dies erfordern.»

Entwicklung im Zentrum möglich

Dass Änderungen beim Siedlungstrenngürtel keineswegs ausgeschlossen sind, wertet Stefan Bossard als vorteilhafte Nachricht. Berikon sehe hier im Zentrum, unweit des Bahnhofs, eine grosse Entwicklungsmöglichkeit. Bauliches Wachstum mache hier gewiss mehr Sinn als an der Peripherie, abseits des Zentrums.

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