Eggenwil 

Stimmen zur geplanten Umzonung für den Gemüseanbau

Das einzige Gebiet in der Reusslandschaft, in dem Eggenwil das Aufstellen von Gewächshäusern erlaubt hat.

Das einzige Gebiet in der Reusslandschaft, in dem Eggenwil das Aufstellen von Gewächshäusern erlaubt hat.

Die Planung zeigt Gemüseproduzenten die Grenzen für den Bau von Gewächshäusern in der Gemeinde auf. Rot und Grün sind dagegen, die Bürgerlichen votieren dafür.

«Wir wollten im Dorf keine grossen Flächen, die unter Glas verschwunden und von Folien zugedeckt worden wären. Es gab zwar vonseiten des Gemeinderats kein striktes Nein, dafür ein Ja, aber. Mit der Planung wurden die Grenzen aufgezeigt, so konnten wir die Gemüseanbauflächen unter Treibhausbedingungen beschränken.» Dies hielt der Eggenwiler Gemeindeschreiber Walter Bürgi an einer Medienorientierung fest, bei der Pro Natura Aargau auf die Problematik der Treibhäuser und Folien in Bezug auf die Fruchtfolgeflächen aufmerksam machte.

Dabei wurde von Matthias Betsche, dem Präsidenten von Pro Natura, die geplante Speziallandwirtschaftszone für Gewächshäuser in Birmenstorf scharf kritisiert. Die Aspekte von Landschaftsschutz und Nachhaltigkeit der Gemüseproduktion beleuchteten an der Orientierung die beiden Fachleute Raimund Rodewald, Direktor der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, sowie Nils Jungbluth, Experte für Ökologie und umweltbewussten Konsum. Sie zeigten das extreme Spannungsfeld auf, in dem sich die Gemüseproduktion speziell in landschaftlich heiklen Zonen befindet.

Eggenwil als positives Beispiel

Pro-Natura-Geschäftsführer Johannes Jenny hob das Beispiel von Eggenwil mit dem Umgang dieser Frage als positives Beispiel in der Freiämter Reussebene hervor. Dabei sei es damals, vor rund 30 Jahren, gar nicht einfach gewesen, die Begehren der Gemüsebauern in die entsprechenden Bahnen zu lenken – es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit, wie sich Gemeindeschreiber Walter Bürgi erinnerte, weil die Planung von der Thematik immer wieder eingeholt wurde.

Intensiv-Landwirtschaftszone

In Eggenwil hat die 2004 revidierte und von der Gemeindeversammlung genehmigte Nutzungsplanung Siedlung und Kultur aktuell Gültigkeit. In einem an der Reuss gelegenen Flurgebiet wurde, entsprechend der bisherigen Nutzung, eine Intensiv-Landwirtschaftszone (ILwZ) festgelegt. Diese gilt mit 8 Gewächshäusern auf einer Fläche von rund 26'150 Quadratmetern für den seit 1963 bestehenden und in den Jahren 1966, 1972 und 1997 erweiterten Betrieb des dortigen Gemüseproduzenten. «Ansonsten war und ist es das Anliegen des Gemeinderats und der Bevölkerung, die naturnahe und weitgehend unverbaute Landschaft in der Reussebene zu erhalten.

Um dies sicherzustellen, wurde im Kulturlandplan 2004 nahezu die gesamte Landwirtschaftszone westlich der Kantonsstrasse mit einer Landschaftsschutzzone überlagert», so der Gemeindeschreiber. Die Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde halte fest, dass die Landschaft in ihrem Aussehen und ihrer Eigenart zu erhalten sei: Bauten, Anlagen und Terrainveränderungen sind verboten. Der Gemeindeschreiber ergänzte, dass die einzige bisher erteilte Bewilligung im Sinne von Fahrnisbauten an den Gemüsebaubetrieb erteilt wurde für die Installation von mobilen und begehbaren Wanderstecktunnels als temporärer Witterungsschutz für den biologischen Beerenanbau. «So hat Eggenwil das Problem, das Birmenstorf hat, auf elegante Art und Weise gelöst», sagte Gemeindeammann Roger Hausherr.

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