Oberlunkhofen
Stimmbürger sagen Ja zu Vorhaben «Wohnen im Alter»

Die Sommergmeind Oberlunkhofen befürwortete mit 71 Ja gegen 15 Nein die Weichenstellung zur Verwirklichung des Alters- und Pflegeprojekts auf Gemeindeland mitten im Dorf.

Lukas Schumacher
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Auf der Andermatt-Wiese, wo das Projekt Wohnen im Alter geplant ist, kündigt ein grosses Festzelt den Aargauischen Musiktag vom nächsten Wochenende in Oberlunkhofen an.

Auf der Andermatt-Wiese, wo das Projekt Wohnen im Alter geplant ist, kündigt ein grosses Festzelt den Aargauischen Musiktag vom nächsten Wochenende in Oberlunkhofen an.

Lukas Schumacher

Auf der Andermatt-Wiese in Oberlunkhofen werden 3500 bis 4000 Quadratmeter Gemeindeland für Alterswohnungen und die Alterspflege zur Verfügung gestellt. Die Gemeindeversammlung Oberlunkhofen hat das Landgeschäft deutlich genehmigt.

Bei 71 Ja- gegen 15 Neinstimmen wurde beschlossen, das Gemeindeland an die Wohnbaugenossenschaft Oberlunkhofen abzutreten, und dies im Baurecht zu einem symbolischen Zins von einem Franken jährlich.

Die vor der Gründung stehende Genossenschaft steht somit in der Pflicht, rund 30 Alterswohnungen sowie eine Pflegestation mit 15 Pflegebetten zu realisieren.

Rückweisung deutlich gescheitert

Ein von Versammlungsteilnehmer Thomas Hagenbuch gestellter Rückweisungsantrag war chancenlos. Der Antrag wurde mit 10 Ja gegen 91 Nein abgelehnt. Hagenbuch hatte unter anderem vorgebracht, die geplante Oberlunkhofer Pflegestation sei zu klein bemessen, das Gemeindeland solle verkauft statt verschenkt werden und hinter die Finanzierbarkeit des Vorhabens müsse man ein grosses Fragezeichen setzen.

Gemeindeammann Karl Grossen, Silvan Hilfiker, Henry Lehner und weitere Versammlungsteilnehmer konterten. Sie führten unter anderem ins Feld, dass sich Oberlunkhofen jetzt die Möglichkeit biete, ein vernünftiges Vorhaben für die älteren Mitbewohner zu verwirklichen. Das Gemeindeland im Baurecht abzutreten, sei die sinnvollste Variante.

Überdies erhalte die Gemeinde, die ja gesetzlich Pflegebetten zur Verfügung stellen müsse, einen beachtlichen Gegenwert im eigenen Dorf und nicht auswärts in einem Pflegezentrum. Für die Erstellung der geplanten Pflegestation auf dem Andermatt-Gelände müsse die Genossenschaft mit Kosten von 4 bis 4,5 Mio. Franken rechnen. Diesen Argumenten schlossen sich die meisten Versammlungsteilnehmer an.

Im Weiteren genehmigte die Sommergmeind ohne Gegenstimme ein von Roberto Trippo gestelltes Einbürgerungsgesuch sowie die gut ausgefallene Gemeinderechnung 2013.

Kritik an Steueramtslösung

Zu reden gab die Auflösung des Steueramts Kelleramt mit den angeschlossenen Gemeinden Oberlunkhofen und Arni auf Ende 2014. Die beiden Gemeinden treten per 1. Januar 2015 dem regionalen Steueramt Oberwil-Lieli bei. Versammlungsteilnehmer Michael Eichholzer kritisierte den Gemeinderat wegen der ausgesprochenen Kündigungen auf dem Steueramt in Oberlunkhofen. Es sei bedauerlich, dass man mit drei Verwaltungsangestellten derart unzimperlich umspringe.

Gemeindeammann Grossen machte wirtschaftliche Gründe für die neue Steueramtslösung geltend. Dem Gemeinderat könne man keinen Vorwurf machen. Er bemühe sich sehr, damit die Betroffenen eine berufliche Anschlussmöglichkeit finden würden.