Muri

Stiefeliryter reiten voraus statt hinterher

Nicht nur in den Zelten, auch auf dem Vorplatz drängten sich die Besucher.

Nicht nur in den Zelten, auch auf dem Vorplatz drängten sich die Besucher.

Die Stiefelinacht war bisher für viele Freiämter Fasnächtler der Abschluss der Saison – in diesem Jahr war sie der Auftakt. Mit der Verlegung des Datums zog der Anlass auch ein breiteres Publikum an.

Die Stiefeliryter wollten die Fasnacht in Muri noch attraktiver machen – und das haben sie geschafft. Die Stiefelinacht fand in diesem Jahr erstmals nicht mehr am Fasnachtsmontag statt, sondern bereits am vergangenen
Samstag.

Letztes Jahr hatte man noch 480 Gäste (Guggenmusiker nicht eingerechnet). «Es war von Jahr zu Jahr ein langsamer, aber stetiger Rückgang. Wir hoffen dieses Jahr auf etwa 700 Besucher», sagte Reto Spano, Präsident der Stiefeliryter, einen Tag vor dem Anlass. Dieses Ziel dürften die Veranstalter wohl bei weitem übertroffen haben. Die drei Zelte und auch der Vorplatz, der mit überdimensionaler Harley Davidson und brennenden Fässern nach dem Motto «Route 66» dekoriert war, waren bis lange in die Nacht hinein voll.

Mehr Auflagen für Klostersaal

Grund für den Besucherrückgang der letzten Jahre war, dass immer weniger Leute bereit waren, an der Fasnacht frei zu nehmen. «Früher war in Muri am Fasnachtsdienstag alles zu, das ist heute anders.» Weil man quasi zu Neuerungen gezwungen war, hat die Murianer Guggenmusik diese Gelegenheit genutzt, den Wiedererkennungswert zu steigern. «Ursprünglich war die Stiefelinacht die einzige ‹Zeltfasnacht› in Muri. Für den Klostersaal gibt es inzwischen mehr und vor allem strengere Auflagen, deshalb sind andere Bälle auch auf Zelte ausgewichen.»

Im Gegensatz zu früher haben die Stiefeliryter ihre eigenen Zelte aufgestellt und räumen diese anschliessend auch wieder ab. Dank eigener «Kulisse» hat der Ball an Individualität gewonnen. «Wir haben viel mehr Arbeit als früher – bisher mussten wir nur dekorieren. Aber der Aufwand lohnt sich», ist Spano überzeugt. Das OK war seit letztem März mit Planungsarbeiten beschäftigt.

Auch Kinder tanzten mit

Geändert hat sich mit dem Datum auch das Publikum. Am Fasnachtsmontag waren für gewöhnlich nur noch die «Hardcore-Fasnächtler» am Feiern. Um wieder ein breiteres Publikum anzulocken, spielten am Samstagabend vor dem eigentlichen Ball vier Guggenmusiken ein Monsterkonzert, um die Region so richtig auf die Fasnacht einzustimmen – der Eintritt war gratis. Und so tanzten zwischen den Auftritten der Guggenmusiken viele Kinder auf der Bühne – für Nachwuchs ist gesorgt.

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