Bremgarten

Steuerstreit um das Budget führt zu Krähenplage – nun heisst es abwarten

In Bremgarten hat es dieses Jahr mehr Krähen als sonst.

In Bremgarten hat es dieses Jahr mehr Krähen als sonst.

Die Krähen in Bremgarten sorgen für Unmut bei der Bevölkerung. Weil die Stadt aber noch kein ordentliches Budget hat, konnte der Jagdaufseher nichts gegen die Vögel unternehmen.

Sie sind nicht zu überhören, wenn man sich in der Nähe des Obertorplatzes befindet. Die Krähen und ihr Krächzen in Bremgarten geben zu diskutieren. In der Facebook-Gruppe des Reussstädtchens sind die Meinungen eindeutig: Es hat dieses Jahr viel mehr dieser schwarzen Vögel. Praktisch auf jedem grösseren Baum entdeckt man beim genaueren Hinsehen in der Krone ein Krähennest.

David Nietlispach, Leiter des Werkhofs, bestätigt die Eindrücke der Bremgarterinnen und Bremgarter: «Ja, wir haben seit Anfang des letzten Jahres dieses Problem. Vor allem auf dem Stadt-Schulhausplatz.» Eine Leserin empfindet die Tiere als frech und kommentiert: «Sie klopfen mit den Schnäbeln ans Fenster, das macht einen brutalen Lärm.» Doch es ist nicht nur das Krächzen und der Radau, die je nach Tageszeit unangenehm sein können. «Der Lärm würde ja gehen, aber die kacken überall hin», moniert eine Kommentatorin auf Facebook weiter. In der Tat beschäftigen die Hinterlassenschaften der Krähen die Werkhof-Mitarbeiter ebenfalls. Leiter Nietlispach erklärt: «Es gibt schon einen Mehraufwand. Wir sind nun wöchentlich am Reinigen.» Etwas unternehmen dürfe man nun aber momentan nicht, weil die Krähen noch in der Schonzeit sind. Diese läuft bis 31.Juli.

Jemand, der etwas unternehmen könnte, ist Bremgartens Jagdaufseher Roli Koch. Er kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem Jagdverein Zufikon, der für das Bremgarter Gebiet rechts der Reuss zuständig ist, im Normalfall um die Krähenproblematik. Doch heuer ist der Zug abgefahren. Koch sagt: «Man hätte im Winter bis Ende Januar handeln sollen. Beispielsweise in dem man Äste geschnitten oder Nester runtergenommen oder einzelne Vögel aus dem Bestand genommen hätte. Doch wegen des fehlenden gültigen Bremgarter Budgets waren mir die Hände gebunden.» Derzeit gilt jeglicher Eingriff als Störung des Brutgeschäfts und ist anzeigepflichtig. Erst ab 1. August bis Mitte Februar darf man wieder etwas unternehmen. Bis dahin hat Bremgarten möglicherweise auch wieder ein ordentliches Budget. Die Abstimmung über den Steuerfuss respektive das Budget findet am 28. Juni satt.

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