Büttikon
Stephanie Hundt holt mit ihrem Hund die Goldmedaille

Sie hat den perfekten Namen für das Hobby, das sie betreibt: Stephanie Hundt hat mit ihrer Border-Collie-Hündin «May» an der Agility-Weltmeisterschaft in Tschechien Mannschafts-Gold geholt.

Ursula Känel
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Jede Sekunde zählt: Stephanie Hundt mit «May» im WM-Hindernisparcours.

Jede Sekunde zählt: Stephanie Hundt mit «May» im WM-Hindernisparcours.

Irène Mauroux

Ein afghanischer Windhund, schön und stolz – das ist Stephanie Hundts erste Hundeerinnerung. «Er gehörte einem Ehepaar, das regelmässig im Restaurant meiner Eltern in Villmergen einkehrte – und ich durfte dann mit ihm spazieren gehen.» Später stiess dann Dackel-Pinscher-Mischling «Lucy» zur Familie – «klein, süss und resistent gegenüber sämtlichen Erziehungsversuchen.» Für Stephanie Hundt war klar: Die Hundt, die will später einen eigenen Hund.

Ihre heutige Border-Collie-Hündin «May» ist zwar nicht ganz so elegant wie der afghanische Windhund, dafür aber deutlich folgsamer als die damalige «Lucy»: Mit ihr hat Stephanie Hundt an der Agility-Weltmeisterschaft in Tschechien den Mannschafts-Weltmeistertitel gewonnen und dabei starke Agility-Nationen wie etwa England und Deutschland hinter sich gelassen.

Agility, das ist der dem Pferdesport nachempfundene Hindernislauf von Mensch und Hund, bei dem diese als Team verschiedene Hindernisse in korrekter Abfolge, möglichst fehlerfrei und schnell zu absolvieren haben. «Die Parcours sind immer wieder anders gestellt, was sehr abwechslungsreich ist. Zudem hat jeder Parcours knifflige Passagen, bei denen man den Hund möglichst geschickt führen muss, damit er nicht ein falsches Hindernis ansteuert», so Stephanie Hundt. Wie beim Skifahren kostet jeder zusätzliche Meter in einer Kurve wertvolle Sekunden - und verschwindet der Hund im falschen Tunnelloch oder überspringt einen nicht vorgesehenen Sprung, ist fertig lustig - Disqualifikation.

«Die Körpersprache, also wie ich mich bewege und den Hund anleite, spielt bei diesem Sport eine zentrale Rolle», weiss Stephanie Hundt, die im Verein SKG Bremgarten als Übungsleiterin tätig ist und sich zurzeit zur Agility-Richterin ausbilden lässt. Will heissen: Nicht nur der Vier-, sondern auch der Zweibeiner braucht «etwas Feuer im Hintern.» Oder anders ausgedrückt: «Wer selber als lahme Ente einem schnellen Hund nachrennen muss, hat keine Chance.» Aus diesem Grund geht Stephanie Hundt zwei- bis dreimal wöchentlich joggen - «was mit aber jeweils grausam stinkt», wie sie gesteht.

Gelohnt hattes sich. Die diesjährige WM-Teilnahme war bereits die dritte für die Büttikerin, die mit «May» mittlerweile ihre dritte Border-Collie-Hündin besitzt. Der Mannschaftsweltmeistertitel sei der bisher grösste Erfolg in ihrer «Hündeler»-Karriere, die Freude darüber entsprechend riesig. «Dabei dachte ich vor dem Start zum zweiten Lauf, dass mir vor Nervosität das Herz aus der Brust springen würde», verrät die Hundesportlerin. Doch kaum im Parcours, sei die Aufregung verflogen - und das Team schaffte den letzten, für den Mannschafts-Weltmeistertitel noch nötigen 0-Fehler-Lauf.

Und wie sieht der Alltag des Duos «Hundt mit Hund» aus? Stephanie Hundt: «Momentan gönnen wir uns eine zweimonatige Agility-Auszeit - was «May» zwar nicht gefällt, ihr und mir aber bestimmt gut tut.»